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Steuer aktuell: Abgeltungssteuer GmbH: Ab 2015 Teile der Kirchensteuer einbehalten

Neben Banken und Versicherungen müssen ab 1. Januar 2015 auch GmbHs bei Ausschüttungen die Kirchensteuerpflicht der Empfänger ermitteln und die Kirchensteuer auf die 25-prozentige Abgeltungsteuer automatisch einbehalten und an die Religionsgemeinschaften abführen (§§ 51a, 52a EStG). Doch für GmbHs gibt es einige Ausnahmeregelungen.

Grundsatz zur Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer

Um zu ermitteln, ob eine Kirchensteuerpflicht besteht, hat die GmbH beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) das Kirchensteuerabzugsmerkmal (KISTAM) für alle Kunden, Gesellschafter oder Mitglieder abzufragen. Das Kirchensteuerabzugsmerkmal ist ein sechsstelliger Schlüssel, in dem die Religionszugehörigkeit, der zugehörige Steuersatz und das Gebiet der Religionsgemeinschaft abgebildet werden.

Das Verfahren gilt für alle Kapitalerträge, die dem Anteilseigner einer GmbH  nach dem 31. Dezember 2014 zu fließen. Im Vorfeld wird vom 1. September 2014 bis 31. Oktober 2014 das Kirchensteuerabzugsmerkmal erstmalig zum Abruf im automatisierten Verfahren bereitgestellt. Die Abfrage setzt unter anderem die Angabe der Steueridentifikationsnummer des Steuerpflichtigen voraus.

Sofern der GmbH die Steueridentifikationsnummer nicht vorliegt, kann diese ebenfalls in einem automatisierten Anfrageverfahren beim Bundeszentralamt für Steuern erfragt werden. Kombinierte Anfragen nach Steueridentifikationsnummer und Kirchensteuerabzugsmerkmal sind ebenfalls möglich.

Die Ausnahmen im Überblick

Tipp: Für GmbHs gelten neuerdings jedoch Vereinfachungsregelung und Ausnahmen zum Einbehalt der Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer:

Ein-Mann-GmbH: Hat eine GmbH nur eine 100-prozentige Anteilseignerin oder einen 100-prozentigen Anteilseigener (=Alleingesellschafter), die/der konfessionslos ist oder keine kirchensteuererhebenden Religionsgemeinschaft angehört, muss beim Bundeszentralamt keine Abfrage zur Religionszugehörigkeit und keine Abführung von Kirchensteuer erfolgen.

Keine Ausschüttung: In diesem Fall kann eine Registrierung und Abfrage zunächst unterbleiben. Voraussetzung dafür ist aber, dass sich die Gesellschaft in die Lage versetzt, im Fall einer steuerpflichtigen Ausschüttung die Abfrage – auch unterjährig – nachzuholen. Will die Gesellschaft daher aktuell keine Registrierung vornehmen, dann hat sie bei allen potentiell kirchensteuerpflichtigen Gesellschaftern vorab das Einverständnis zu einer Anlassabfrage für den Fall einer Ausschüttung im Folgejahr einzuholen. Damit wird sichergestellt, dass die Prognose, dass eine Ausschüttung unterbleibt, im Folgejahr anlassbezogen korrigiert und der Kirchensteuerabzug vorgenommen werden kann.

Weitere Fragen zur Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer rund um die GmbH finden Sie hier. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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