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Angebote für Reparaturen in Online-Portalen Kfz-Werkstätten: Konkurrenzkampf im Internet

Immer mehr Kfz-Werkstätten bieten im Internet ihre Dienste an. Kunden sagen, was an ihrem Auto gemacht werden muss und Betriebe geben an, was das bei ihnen kosten würde. Das kann für Handwerker eine gute Möglichkeit sein, Neukunden zu gewinnen. Doch das System hat auch Nachteile.

Foto: David Ebener/dpa
Einige Kfz-Betriebe geben in Internet-Portalen Angebote für Reparaturen ab - das bietet Chancen, kann aber auch Nachteile haben. -

Der Online-Handel boomt. In so gut wie allen Branchen ist das Shoppen im Netz beliebter denn je. Die Kfz-Sparte bildet da keine Ausnahme. Viele Autofahrer surfen im Internet, um eine günstige Werkstatt ausfindig zu machen, wenn das Fahrzeug zur Reparatur muss oder eine größere Wartung ansteht.

Relativ neu ist hingegen der Trend, am Fahrzeug ausstehende Arbeiten im Internet auszuschreiben. Auf Webportalen wie MyHammer.de oder Autoreparaturen.de können Verbraucher Aufträge für Reparaturen oder Wartungen anbieten. Den bei der Plattform registrierten Werkstätten steht es dann frei, bis zum angesetzten Stichtag ein unverbindliches Angebot abzugeben.

Durch Angebote Neukunden gewinnen

Die jeweiligen Betriebe sehen dabei nicht, welche Offerten ihre Konkurrenten eingereicht haben. Das bleibt dem potenziellen Kunden vorbehalten. Dieser kann sich das interessanteste Gesamtpaket aussuchen - oder auch alle ablehnen. Die Werkstätten warten auf der Webseite mit einem eigenen Online-Profil auf, in dem sich der Kunde über den Betrieb und seine fachliche Qualifikation informieren kann. Die Teilnahmevoraussetzungen sollen gewährleisten, dass Hobbybastler draußen bleiben.

Auch Bernd Heß, Inhaber der Autohaus Heß GmbH in Marbach, macht bei "MyHammer" ab und an Angebote. Denn er kann damit einen Kundenkreis ansprechen, den er sonst nicht erreichen würde. Und einige der Kunden, die ursprünglich über das Internetportal zu ihm gekommen sind, seien jetzt Stammkunden.

Doch Heß sieht das System auch kritisch. "Mit den Schnäppchenjägern ist es problematisch", sagt der Kfz-Meister. Denn die Werkstätten geben Kampfpreise ab, nicht immer arbeiten sie kostendeckend. "Wenn zusätzliche Reparaturen anfallen, sehen manche Kunden nicht ein, dass auch der Preis steigt." Im Internet gibt der Handwerker daher nur Angebote ab, wenn er sieht, dass seine Werkstatt fast leer ist. Und das sei in letzter Zeit nicht mehr der Fall gewesen.

"Autobild" hat getestet

Die Zeitschrift "Auto Bild" hat die Probe aufs Exempel gemacht und die Hinterachs-Reparatur eines betagten Mercedes-Benz 190E auf MyHammer.de ausgeschrieben. In der Vertragswerkstatt hätte die Reparatur knapp 1700 Euro gekostet und damit den Zeitwert des Wagens überstiegen. Eine freie Werkstatt hatte bei Verwendung von Mercedes-Benz-Originalteilen einen Kostenvoranschlag von knapp 1100 Euro abgegeben.

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