Südthüringen -

27. Jahreshauptversammlung Kfz-Innung bilanziert Arbeit

Im Festsaal des Gemeindezentrums „Kressehof“ in Walldorf erstattete Innungsobermeister Erhard Hüther den Bericht des Vorstandes für das Jahr 2017.

Unter den Ehrengästen befand sich auch der Präsident der Handwerkskammer Süd­thüringen Manfred Scharfenberger. Zur Erfüllung der hoheitlichen Aufgaben setzte die Innung 2017 zehn ehrenamtliche Prüfer ein, die 71 AU-anerkannte Werkstätten, eine AUK-anerkannte Werkstatt, acht SP-anerkannte Werkstätten, acht GSP/GAP-anerkannte Werkstätten, 32 Altauto-Annahmestellen und 147 Prüfstützpunkte überprüften. Das sind insgesamt 267 Prüfungen. Allein bei den Prüfstützpunkten stellten die Prüfer 98 Mängel fest.

Zur Arbeit der Schiedsstelle befand der Obermeister, dass die Anzahl der Beanstandungen im vergangenen Jahr leicht angestiegen sei. Vier Fälle gelangten vor die Schiedskommission. Die mit Abstand meisten Anträge bezogen sich auf Reparatur und Wartung, bei denen die Kunden in zwölf Fällen unsachgemäße Arbeit bemängelten. Erhard Hüther wies noch einmal darauf hin, dass alle Kunden, die einem Mitgliedsbetrieb der Innung ihr Vertrauen schenken, den kostenlosen Service zur Streitbeilegung nutzen können.

„Ein wichtiges Thema ist die Fachkräftegewinnung und die Berufsausbildung“, sagte er weiter. Nachwuchssorgen seien vor Jahren undenkbar gewesen. Heute müssten die Unternehmen um ihr Fortbestehen bangen. Von 2010 bis 2017 ist die Zahl der Auszubildenden von 395 auf 300 zurückgegangen. Weitere Sorgen bereiten den Betrieben die Ausbildungsabbrüche, deren Zahl seit 2013 steigt und 2017 bei 55 lag.

Die Lücke von Lehrlingen mit der Ausbildung von Migranten zu schließen, sei an den Deutschkenntnissen und der schulischen Vorbildung der Bewerber gescheitert. „Was ich mir zu einer erfolgreichen Migration vorstellen könnte, wäre eine zweistufige Ausbildung, ähnlich dem Servicemechaniker, die über die HWK Südthüringen und das BTZ Rohr-Kloster durchgeführt werden könnte“, lautete sein Vorschlag.
Mit einer Vielzahl von Maßnahmen und Veranstaltungen kann die Innung auf eine erfolgreiche Verbandsarbeit zurückblicken. „Aus all den genannten Gründen finde ich einen starken Unternehmerverband weiterhin ganz wichtig“, schloss Hüther. Die Mitglieder stimmten dem Jahresabschluss 2017 und dem Haushaltsentwurf 2018 zu.

Für langjährige Verdienste in Ehrenämtern verlieh der Vorstand Urkunden und Ehrenmedaillen. HWK-Präsident Manfred Scharfenberger erhielt die Ehrennadel des Kfz-Gewerbes Thüringen in Gold, Gesellenprüfungsausschuss-Vorsitzender Nico Messerschmidt in Silber.

Der Präsident wandte sich mit einem Grußwort an die Mitglieder. „Ich spreche zwar heute als Präsident der Handwerkskammer Südthüringen, aber ich bin auch einer von euch, weil ich seit vielen Jahren überzeugtes Mitglied unserer Innung bin“, sagte er. Es sei einer seiner ersten Arbeitsschritte gewesen, die Zusammenarbeit zwischen der HWK und der Kfz-Innung auf ein neues Niveau zu heben. „Lassen Sie uns in den kommenden Jahren gemeinsam für unser Handwerk eintreten und haben wir Vertrauen zueinander“, appellierte er an die Mitglieder.

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