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Corona-bedingte Terminverzögerung Kfz-Gewerbe beklagt Stau bei Zulassungen

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) beklagt die verzögerte Zulassungspraxis in den Kfz-Zulassungsstellen. Grund seien die Corona-bedingt eingeschränkten Öffnungszeiten und nur wenige verfügbare Termine. Den Autohäusern drohen hohe Kosten.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) beklagt die verzögerte Zulassungspraxis in den Kfz-Zulassungsstellen. Grund seien die Corona-bedingt eingeschränkten Öffnungszeiten und nur wenige verfügbare Termine. Laut einer Umfrage des ZDK unter knapp 1.400 Unternehmen hatten 52 Prozent der Befragten die Schulnoten 4 und 5 für die Situation in der Fahrzeugzulassung vergeben.

Grund seien die langen Wartezeiten in den Zulassungsstellen. Und die beginnen schon mit der Terminvergabe. Weniger als ein Drittel der befragten Betriebe habe sofort bei Buchung einen Termin bei der Zulassungsstelle bekommen. Fast die Hälfte warte zwischen drei Tagen und einer Woche. Obendrauf kommt dann noch die Bearbeitungszeit. Fast die Hälfte der Befragten spricht von einer Dauer von drei Tagen und länger. Gründe für die zähe Termin- und Zulassungsvergabe sind unter anderem die verkürzten Öffnungszeiten. Pandemiebedingt haben auch die Ämter ihren Service eingeschränkt.

Druck auf die gesamte Branche

Die Wartezeit koste sowohl Händler als auch Kunden bares Geld. Die zuständige kommunale Politik müsse dringend tätig werden und diesen Zustand beenden. Es entstehe unnötiger Druck auf die gesamte Automobilbranche, vom Hersteller bis zum Händler. Auch die Mitarbeiter im Kfz-Handel würden durch die unbefriedigende Situation stark belastet.

Umfrage Kfz-Gewerbe zu Zulassungsstellen

Für die Autohäuser können diese Wartezeiten zum Kostenfaktor werden. Das Autohaus müsse beispielsweise die Fahrzeuge vorfinanzieren, erläutert Stephan Salbeck, Regionalleiter in der Emil Frey Schwabengarage in Stuttgart. Denn der Kunde bekomme die Rechnung erst nachdem das Auto zugelassen ist. Je nach Preis und Anzahl der Fahrzeuge stelle das für den Handel ein erhebliches Problem dar. Der Stau sorge außerdem unter Umständen dafür, so Salbeck, dass bei Nichterreichen der Quartalszahlen Bonuszahlungen der Hersteller verloren gehen. Doch damit nicht genug. Müssen Firmenkunden auf ihre Dienstwagen warten, ist das Autohaus verpflichtet Ersatzfahrzeuge zur Verfügung zu stellen.

Doch das sind nicht die einzigen Nachteile. Auch die Kunden könnten die Verzögerungen noch zu spüren bekommen. Normalerweise pflegen Zulassungsstellen zwischen den Jahren Sollten die Zulassungsstellen, wie üblich, zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen haben, könnten Kunden sogar die Vergünstigung durch die bis zum Jahresende gültige Mehrwert­steuer­senkung verpassen, fürchtet der ZDK.

Mit der Zulassungsstelle nach Lösungen suchen

Stephan Salbeck rät Auto­häusern, auf die Zulassungsstellen zuzugehen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Im Schulterschluss mit der örtlichen Kfz-Innung habe er das Gespräch mit den relvanten Zulassungsstellen gesucht. Der Stau bei den Zulassungen, der sich vor allem auch in der Zeit des ersten Lockdowns ergeben habe, konnte dadurch abgebaut werden.

Der ZDK setzt zusätzlich auf Digitalisierung mithilfe der Zulassung im Autohaus. Dadurch könnten die Kfz-Betriebe die Behörden entlasten. Das sei auch im Interesse der Kunden. Stefan Salbeck plädiert dann allerdings dafür, die Gebühren zu verringern, denn das Autohaus übernehme mit der Einpflegung der Daten schließlich einen Teil der Arbeit der Zulassungsstelle.

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