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Neue Kriterien KfW-Schnellkredit für Kleinstunternehmen am Start

Ab sofort können mehr Betriebe KfW-Schnellkredite beantragen. Auch Soloselbstständige können vom Förderdarlehen profitieren.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Insolvenz und Liquiditätssicherung

Corona-gebeutelte Soloselbstständige und Kleinunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten können ab sofort den KfW-Schnellkredit beantragen. "Mit der Öffnung des KfW-Schnellkredits für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige können nun alle Unternehmen schnell und unbürokratisch Liquidität erhalten", teilte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in einer gemeinsamen Mitteilung mit dem Bundesfinanzministerium und der KfW-Bankengruppe mit. Bisher galt der KfW-Schnellkredit nur für Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern.

Handwerk hält die Regelung schon lange für geboten

Das Handwerk begrüßt die Regelung: Damit werde ein ganz wichtiges Instrument zur Liquiditätssicherung nun endlich auch kleinen Betrieben zur Verfügung stehen, sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. "Vor dem Hintergrund des aktuellen Teil-Lockdowns, der erneut viele unserer Betriebe und hier häufig gerade die kleineren, in Liquiditätsengpässe bringt, ist die aktuelle Erweiterung sachgerecht und geboten", fügte er hinzu. Positiv sei auch, dass künftig der KfW-Schnellkredit mit wegen der Corona-Pandemie erweiterten Programmen der Bürgschaftsbanken kombiniert werden können.

Keine Sicherheiten notwendig

Konkret können Soloselbstständige und Kleinunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten jetzt KfW-Schnellkredite mit einem Volumen von bis zu 25 Prozent ihres Jahresumsatzes von 2019 oder maximal 300.000 Euro beantragen. Der Zinssatz beträgt aktuell drei Prozent mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Dabei muss der KfW-Schnellkredit über die Hausbank gestellt werden. Diese erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100 Prozent durch die KfW, welche durch eine Garantie des Bundes abgesichert ist. Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Hausbank oder die KfW. "Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden. Es sind keine Sicherheiten zu stellen", heißt es weiter.

Voraussetzung: Keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Vorjahr

Antragsberechtigt sind Soloselbständige und Kleinunternehmen, die durch die Corona-Pandemie gebeutelt wurden, zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sind und zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen. Sie müssen zudem mindestens seit dem 1. Januar 2019 am Markt sein und in dieser Zeit auch einen Gewinn erzielt haben. Unternehmen, die schon länger am Markt sind müssen in der Summe der Jahre 2017 bis 2019 einen Gewinn erwirtschaftet haben.

Verbesserte Tilgungsbedingungen für alle KfW-Schnellkredite

Wie es in der Mitteilung weiter heißt, wurden auch die Regelungen zu Tilgung der KfW-Schnellkredite verbessert. Ab dem 16. November 2020 ist nun eine vorzeitige anteilige Tilgung ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich. Dies erleichtere die Kombination mit anderen Corona-Hilfsprogrammen. Erfreulich ist für ZDH-Generalsekretär Schwannecke dabei vor allem, dass die Reglung nicht nur für künftige Kreditnehmer, sondern auch für Bestandskunden möglich sein wird.

Darüber hinaus wurden alle Varianten des KfW-Sonderprogrammes bis 30.06.2021 verlängert. "Mit Blick auf den Verlauf des Infektionsgeschehens ist es im Sinne unserer Betriebe sachgerecht, dass geplant wird, die Antragsfrist bis zum 30.6.2021 zu verlängern", sagte Schwannecke mit Blick auf die Antragsfrist von Schnellkrediten.

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