Unternehmensführung -

Urteil Keine Verdachtskündigung ohne vorherige Anhörung

Kommt es zu einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses, hat das für die Betroffenen meist schwerwiegende Folgen. Allerdings ist eine Kündigung nur auf Grundlage einer angenommenen Verfehlung nicht zulässig, wie ein aktuelles Urteil zeigt.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Kündigung: Tipps und Fallstricke

Eine Verdachtskündigung liegt vor, wenn ein Verdacht auf eine im Betrieb begangene Verfehlung besteht. In vielen Fällen geht es dabei um Diebstahl. Aber auch der Verdacht des Arbeitgebers auf falsche Angaben bezüglich der Verkaufszahlen, kann zu einer Verdachtskündigung führen. Doch bevor die Kündigung wirksam wird, muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer anhören. Passiert die Anhörung nicht, ist die Kündigung unwirksam.

Geklagt hatte eine Arbeitnehmerin vor dem Arbeitsgericht Berlin, deren Arbeitgeber sie nach Kontrolltelefonaten der vorsätzlichen Falschangabe bezichtigte. Daraufhin kündigte er ihr fristlos ohne sie zuvor mit den Vorwürfen zu konfrontieren.

Der Arbeitgeber hätte die Mitarbeiterin  zu den Vorwürfen befragen müssen, so die Richter. Darüber hinaus könne er nicht beweisen, dass er die Telefonate geführt habe. Der beklagte Arbeitgeber habe außerdem weder Auskünfte über die Art der Fragen gegeben, noch das Ergebnis entsprechend dokumentiert. Die so gewonnenen Eindrücke rechtfertigten deshalb keine Kündigung. dhz/dpa

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten