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Steuertipp Keine Steueranrechnung für Erschließungskosten

Eigenheimbesitzer, die für Handwerkerleistungen in ihrem Privathaushalt Zahlungen leisten, profitieren unter bestimmten Voraussetzungen von einer Steueranrechnung auf ihre Steuerschuld. Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein?

Voraussetzungen für die Steueranrechnung: Der Steuerzahler muss im Besitz einer Handwerkerrechnung sein, in der die Arbeitsleistung explizit ausgewiesen ist. Die Begleichung der Rechnung muss unbar erfolgt sein, also per Überweisung oder Abbuchung. Und die Handwerkerleistung muss "im" Haushalt erfolgt sein oder zumindest in einem funktionalen Zusammenhang mit dem Privathaushalt stehen.

Erschließungskosten nicht begünstigt

Fraglich war bislang, ob es auch für Handwerkerleistungen aufgrund der Erschließung einer öffentlichen Straße eine Steueranrechnung in Höhe von 20%, maximal bis 1.200 Euro pro Jahr gibt? Die Antwort kommt aktuell vom Bundesfinanzhof und lautet leider „nein“ (BFH, Urteil v. 28.4.2020, Az. VI R 50/17).

Die Begründung der Richter für den Ausschluss der Steueranrechnung: Die Arbeiten zum Ausbau einer öffentlichen Straße, deren Kosten die Gemeinde auf die Eigentümer umgelegt hat, sind nicht „im“ Haushalt erfolgt und stehen auch in keinem räumlich-funktionalen Zusammenhang mit dem Privathaushalt. Weitere Begründung: Die Erschließung des Straßennetzes kommt nicht nur dem Grundstückseigentümer zu Gute, sondern allen Nutzern der ausgebauten Straße.

Steuertipp: Diese Entscheidung hat keine Auswirkung auf Gartenarbeiten und Schneeräumarbeiten außerhalb der Grundstücksgrenzen. Für solche Leistungen kommt nach wie vor eine Steueranrechnung im Rahmen von haushaltsnahen Dienstleistungen im Sinn von § 35a Abs. 2 EStG in Höhe von 20% der Arbeitsleistung, maximal bis zu 4.000 Euro pro Jahr in Frage.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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