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Privatnutzungsanteil Kein steuerlicher Privatanteil für VW-Transporter T4

Wenn sich ein Firmenwagen nicht dazu eignet, privat genutzt zu werden, muss kein Privatnutzungsanteil versteuert werden. Dies hat nun der Bundesfinanzhof entschieden.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Beruflich unterwegs

Bei Umsatzsteuer- und Betriebsprüfungen geraten sich selbständige Handwerker und die Prüfer der Finanzämter häufig in die Haare. Schuld ist die Unterstellung des Prüfers, dass jeder fahrbare Untersatz im Betrieb auch privat genutzt wird und dass der Gewinn deshalb um einen Privatnutzungsanteil erhöht werden muss. Doch eignet sich ein Fahrzeug nicht zur Privatnutzung, muss auch kein Privatnutzungsanteil versteuert werden.

Das sich nicht jedes Fahrzeug aus dem Fuhrpark eines Handwerksbetriebs sich zu Privatfahrten eignet, hat der Bundesfinanzhof nun aktuell klargestellt. In dem Urteilsfall nutzte ein Handwerker, der Karosserie-Reparaturen anbot, einen VW-Transporter T4 in seinem Betrieb. Dieser Transporter hatte nur zwei Vordersitze. Die Fahrgastzelle war durch eine Metallwand von der fensterlosen Ladefläche abgetrennt. In dieser Ladefläche waren Werkzeug und Material untergebracht.

Keine Privatnutzung = kein zu versteuernder Privatnutzungsanteil

Der Handwerker führte für diesen VW-Transporter kein Fahrtenbuch und versteuerte keinen Privatnutzungsanteil, weil sich der Transporter für ihn, seine Frau und für die beiden Kinder nicht zu Privatfahrten eignete. Das Finanzamt unterstellte dagegen eine Privatnutzung und erhöhte den Gewinn um einen nach der Ein-Prozent-Regelung ermittelten Privatnutzungsanteil. Doch die Richter des Bundesfinanzhofs haben dem Handwerker Recht. Da sich ein solches Fahrzeug tatsächlich nicht zur Privatnutzung eignet, wird auf die Besteuerung eines Privatnutzungsanteils verzichtet (BFH, Urteil v. 17.2.2016, Az. X R 32/11; veröffentlicht am 22.6.2016).

Steuertipp: Damit das Finanzamt tatsächlich auf die Besteuerung eines Privatanteils für so einen „Werkstattwagen“ verzichtet, empfiehlt es sich folgende Nachweise aufzubewahren:

  • Fotos von der Ausstattung des Fahrzeugs (insbesondere, dass nur zwei Sitze vorhanden sind und dass die Ladefläche als Werkzeug- und Materiallager genutzt wird.
  • Nachweis, dass privat ein Fahrzeug vorhanden ist, das für Privatfahrten genutzt werden kann.

Mit diesen Nachweisen können Sie das Finanzamt auch dann von der Besteuerung einer Privatnutzung abbringen, wenn der Wagen im Zeitpunkt der Prüfung längst verkauft oder verschrottet ist.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv. 

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