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Gasförderung aus tiefem Gestein Kein Fracking-Gesetz: Erfolg für die Bierbrauer

Das Reinheitsgebot für deutsches Bier ist erst einmal nicht mehr in Gefahr. Die Unionsfraktion hat beim geplanten Fracking-Gesetz wegen zunehmender öffentlicher Kritik die Notbremse gezogen. Auch der Brauer-Bund hatte sich gegen die Pläne gewendet. Er sieht Gefahren für die Trinkwasserversorgung.

Vor 497 Jahren wurde das Reinheitsgebot für Bier erlassen." Das bedeutete, dass die Bierfreunde hierzulande höchste Sicherheit erfahren", erklärte Peter Hahn, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes erst kürzlich zum Tag des Deutschen Bieres. Seitdem sind die deutschen Bierbrauer dabei das Reinheitsgebot gegen die geplante Gasförderung aus tiefem Gestein, das sogenannte Fracking, zu verteidigen.

Beim Fracking werden Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in Schiefergestein gepresst, um dort eingeschlossenes Gas oder Öl freizusetzen. Der Brauer-Bund befürchtete jedoch, dass die Trinkwasserversorgung und damit auch das deutsche Reinheitsgebot darunter leiden würden. Ihre Bedenken wurden gehört.

Reinheitsgebot für Bier besser schützen

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und die Unionsfraktion haben wegen Uneinigkeiten mit der FDP und der öffentlichen Kritik nun die Notbremse gezogen – der Gesetzentwurf wird in den verbleibenden zweieinhalb Sitzungswochen des Bundestags nicht mehr eingebracht. Damit wird das Fracking-Gesetz, auch nachdem Union und FDP eine Nachbesserung beschlossen hatten, erst einmal auf Eis gelegt. Mit einem neuen Passus sollten auf Druck der Südwest-CDU noch Gewässer wie der Bodensee vor dem Fracking geschützt werden.

Doch auch dazu war Kritik laut worden. "Die bislang von der Bundesregierung vorgesehenen Gesetzesänderungen reichen nicht aus, um die erforderliche Sicherheit für die Trinkwasserversorgung sicherzustellen und den Anforderungen an das Reinheitsgebot für Bier Rechnung zu tragen", schrieb deshalb auch der Brauer-Bund in einem Brief an die zuständigen Ministerien, wie "Spiegel Online" berichtet.

Nun gibt es erst einmal kein Gesetz. Die Union beteuert jedoch, dass sie umgehend nach der Wahl werde ein neues Gesetzesverfahren einleiten wird. In der Sache dürfte es innerhalb der nächsten Monate nicht zu vielen Veränderungen kommen. jtw/dpa

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