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Steuertipp Kassenstornos im Visier des Finanzamts

Findet bei bargeldintensiven Handwerksbetrieben eine Betriebsprüfung des Finanzamts statt, ist die Kassenführung immer ein Dauerbrenner. Insbesondere Kassenstornos interessieren den Betriebsprüfer brennend. Kann die Firma die Gründe für die Stornos nicht nachweisen, drohen hohe Steuernachzahlungen. Rückendeckung bekamen die Finanzämter aktuell vom Finanzgericht Bremen.

In dem Urteilsfall hatte ein Unternehmen die Kassenumsätze nicht täglich, sondern monatlich verbucht. Es wurden dabei Umsatzberichte erzeugt, bei denen vorher aber umfangreiche Stornos durchgeführt wurden. Manko: Erst nach den Stornierungen wurden die Tagesendsummenbons erzeugt und dem Umsatzbericht waren die Stornos gar nicht zu entnehmen. Der Prüfer hakte nach und wollte dem Unternehmen noch die Chance geben, die Stornobuchungen zu erläutern. Weil aber keine Reaktion des Unternehmens kam, wurden die nicht erläuterten Stornos zu 100 Prozent als Einnahme dem Gewinn zugerechnet und der Umsatzsteuer unterworfen (FG Bremen, Urteil v. 20.4.2016, Az. 1 K 88/13).

Aufzeichnungen zu Stornobuchungen

Stornieren Sie Einnahmen der Kasse, müssen diese Stornobuchungen auf jeder Ebene der Kassenführung ersichtlich sein. Zudem sollten Sie ausführliche schriftliche Notizen zum Stornogrund anfertigen und bei den Buchführungsunterlagen im Rahmen der steuerlichen Aufbewahrungsfristen aufbewahren. Wichtig ist auch, dass die Kasseneinnahmen und Kassenausgaben täglich festgehalten werden. dhz

Steuertipp

Bei Fehlern in der Kassenführung sind die Prüfer der Finanzämter seit jeher sehr kleinlich. Selbst wenn es sich nur um kleine Verfehlungen handelt, kann der Prüfer die komplette Kassenführung und damit die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung in Frage stellen. Dann drohen Zuschätzungen zum Umsatz und Gewinn. Wer unsicher ist, ob er alles richtig macht, sollte unbedingt das Gespräch mit seinem Steuerberater führen und nach einer Lösung für betriebsprüfungssichere Aufzeichnungen der Kassendaten suchen.

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