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Steuertipp Kapitalanlagen: So verrechnen Sie Verluste mit Gewinnen und sparen Steuern

Im Jahressteuergesetz 2020 ist ab 1. Januar 2020 geplant, dass die Ausbuchung wertloser Aktien oder Optionsscheine steuerlich nicht mehr berücksichtigt wird. Passiert das 2019, muss das Finanzamt die daraus resultierenden Verluste berücksichtigen. Diese Verluste können dann mit Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen steuersparend verrechnet werden.

Zwei Varianten sind bis Ende 2019 noch denkbar, damit es mit der Verlustberücksichtigung klappt.

  • Variante 1 – Antrag an Bank: Beantragen Sie bei der Bank, dass bereits wertlose Wertpapiere noch 2019 aus Ihrem Privaten Depot ausgebucht werden. Dazu haben die meisten Banken Formulare.
  • Variante 2 – Verkauf: Ist das Wertpapier 2019 noch nicht wertlos, müssen Sie das Papier noch 2019 mit Verlust verkaufen. In beiden Fällen wird der Verlust gerettet.

Natürlich können Sie mit dem Verkauf von Wertpapieren auch bis 2020 warten. Denn der Verkauf mit Verlust ist auch 2020 steuerlich noch zulässig. Sie müssen der Bank nur zuvorkommen. Denn bucht die Bank 2020 die wertlosen Papiere aus Ihrem Depot aus, sind die steuerlichen Verluste verloren.

Steuertipp: Sie fragen sich nun sicherlich, wozu diese steuerlichen Verluste überhaupt gut sein sollen? Ganz einfach. Die steuerlichen Verluste aus Kapitalerträgen können mit Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen steuersparend verrechnet werden. Dabei sind wieder zwei Varianten denkbar:

  • Soll der in 2019 realisierte Verlust noch in 2019 mit Gewinnen aus Kapitalanlegen bei einer anderen Bank verrechnet werden, müssen Sie das in Ihrer Einkommensteuererklärung 2019 in der Anlage KAP beantragen. Dazu müssen Sie bei der Bank mit den Verlusten jedoch spätestens bis 15.12.2019 eine Verlustbescheinigung beantragen.
  • Haben Sie keine Gewinne aus anderen Kapitalanlagen, mit denen die 2019 realisierten Verluste ausgeglichen werden können, ist nichts verloren. Sie können mit Gewinnen aus Kapitalanlegen späterer Jahre verrechnet werden.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv. dhz

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