Deutschland -

Qualifizierungsinitiative Kabinett beschließt Ausbildungsbonus

Die Chancen von Jugendlichen auf eine Lehrstelle sollen nach Plänen der Bundesregierung entscheidend verbessert werden. Das Kabinett verabschiedete eine von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) vorgelegte Qualifizierungsinitiative. Von Karin Birk, Berlin

Im Rahmen der Initiative beschloss das Kabinett einen Ausbildungsbonus für Altbewerber. Bis zu 6.000 Euro soll ein Unternehmen, das einen zusätzlichen Ausbildungsplatz für einen Altbewerber schafft, über die ganze Ausbildungszeit bekommen, sagte Schavan nach einer Kabinettssitzung, bei der die entsprechenden Eckpunkte verabschiedet wurden.

Jeder Jugendliche muss Chance auf Ausbildung haben

Wie die Ministerin weiter sagte, stelle die Bundesagentur für Arbeit dafür in den kommenden drei Jahren rund 350 Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderung könne aber nur das Unternehmen bekommen, das mehr Auszubildende beschäftigt als im Durchschnitt der vorausgegangenen drei Jahre. Ziel müsse es sein, dass bis zum Ende der Legislaturperiode jeder Jugendliche in einer perspektivenreichen Ausbildung sei.

Handwerk fühlt sich brüskiert

Scharfe Kritik am Ausbildungsbonus übten die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft. "Der geplante Bonus brüskiert jene Unternehmen, die motiviert durch den Ausbildungspakt in den vergangenen Jahren ohne Bonus und bei schwieriger wirtschaftlicher Lage zusätzlich ausgebildet haben und jetzt nicht noch mal zulegen können", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Zudem seien die Kriterien für den Bonus so weit gefasst, dass er praktisch für jeden Altbewerber, selbst für einen guten und leistungsstarken Haupt- oder Realschüler gezahlt werden würde. Die Spitzenverbände – einschließlich des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks – fordern deshalb, die finanzielle Eingliederungshilfe nur auf leistungsschwache Altbewerber zu konzentrieren.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten