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Was jungen Arbeitskräften gefällt und was nicht Junge Leute zufrieden mit ihrer Arbeit

Junge Leute in Deutschland sind im Großen und Ganzen zufrieden mit ihrer Arbeit. Was sie an ihrer Arbeitsstelle schätzen und was für sie gar nicht geht, zeigt eine Befragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Über 90 Prozent der 15- bis 24-jährigen Berufstätigen sind mit ihrer Arbeit zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Rund 3.200 junge Leute hatte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) für die Jugenderwerbstätigenbefragung interviewt. Am Telefon äußerten sich die jungen Leute zu  Arbeitszeiten, Anforderungen und Verdienst, aber auch darüber, wie es ihnen gesundheitlich und emotional am Arbeitsplatz geht, wie der Umgang mit den Kollegen ist, was sie belastet und was sie sich anders wünschen.

Bruttoverdienst: je älter, desto mehr

Wer jünger ist als 18 Jahre, verdient selten mehr als 999 Euro brutto im Monat. Von den über 18-Jährigen knackt rund die Hälfte die 1.000-Euro-Marke. Rund 22 Prozent der Älteren verdienen sogar bis zu 1.999 Euro im Monat, gut 17 Prozent bis zu 2.999 Euro. Insgesamt äußerten sich knapp 70 Prozent zufrieden oder sogar sehr zufrieden zu ihrem Einkommen.

Fast drei Viertel der Befragten waren in Vollzeit beschäftigt. Bei der Mehrzahl – 42 Prozent, liegt damit die Wochenarbeitszeit zwischen 40 und 47,9 Stunden. Für rund ein Drittel bedeutet Vollzeit aber nur 35 bis 39,9 Stunden pro Woche. Schichtarbeit oder versetzte Arbeitszeiten sind für gut die Hälfte der Interviewten an der Tagesordnung. Der Großteil der jungen Leute steckt diese Arbeitszeiten gut weg, immerhin ein Drittel aber empfindet Schichtarbeit als Belastung.

In der Regel wird bei den jungen Arbeitnehmern auf Pausen geachtet. Fast 23 Prozent gaben aber an, dass sie keine regelmäßigen Ruhepausen haben. Die Gründe: zu viel Arbeit oder die Pausen würden nicht in den Arbeitsablauf passen. Immerhin 19 Prozent verzichten aber auch freiwillig auf kleine Auszeiten.

Über ein Drittel in befristeten Arbeitsverhältnissen

Von den Befragten waren knapp 65 Prozent unbefristet angestellt, gut 5 Prozent davon in Leiharbeit. Jeder Dritte der jungen Leute hatte nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Die Mehrzahl der Befragten würde das lieber heute als morgen ändern und in eine dauerhafte Anstellung wechseln.

Bezüglich der Arbeitsbedingungen sind die jungen Leute widerstandsfähig. Zwei Drittel arbeiten häufig im Stehen, aber nur 18 Prozent von ihnen empfinden das als belastend. Das Heben und Tragen schwerer Lasten, wie es 28 Prozent regelmäßig tun müssen, stellt allerdings für fast 35 Prozent ein Problem dar. Ähnlich verhält es sich bei dem Fünftel der Jugendlichen, die regelmäßig Kälte, Hitze, Nässe, Feuchtigkeit oder Zugluft ausgesetzt sind. Das Arbeiten in Zwangshaltungen – jeder fünfte ist davon betroffen – ist für 28 Prozent der Befragten eine Belastung. Fast jeder dritte arbeitet regelmäßig im Lärm, was von einem Drittel der Betroffenen ebenfalls als unangenehm empfunden wird.

Team und Informationen sind wichtig

Fachlich fühlen sich die meisten jungen Leute tendenziell eher unter- als überfordert. Für den Großteil scheint aber sowohl die Anzahl als auch die Art der gestellten Aufgaben gut zu passen. Diejenigen, die sich überfordert fühlen, geben als häufigsten Grund Termin- oder Leistungsdruck an, aber auch Störungen und Unterbrechungen. Als Stress empfinden es die jungen Leute, wenn sie Arbeiten erledigen sollen, die sie noch gar nicht beherrschen.

Eine große Belastung stellt es für die Jugendlichen dar, wenn ihnen wichtige Informationen vorenthalten werden, so dass sie gar keine Chance haben, ihre Aufgabe richtig auszuführen.

67 Prozent der jungen Arbeitskräfte empfinden ihre eigene Tätigkeit als wichtig. Über 80 Prozent fühlen sich bei ihrer Arbeit als Teil einer Gemeinschaft, an die 88 Prozent gaben an, gut mit den Kollegen zusammenzuarbeiten. Insbesondere unterstützen die Kollegen sie, wenn sie Hilfe brauchen, in knapp 60 Prozent der Fälle greift dann auch der Vorgesetzte mit zu. Wie wichtig diese Punkte für die Befragten sind, zeigen die Antworten derjenigen, die kein gutes Team im Rücken haben: Über 60 Prozent leiden darunter.

Weitgehend gesund, aber Rückenschmerzen

Ihren gesundheitlichen Zustand beschrieben fast 94 Prozent der jungen Leute als gut bis ausgezeichnet. Häufigste gesundheitliche Einschränkung waren Schmerzen in Rücken, Schultern und Nacken, aber auch Kopfschmerzen. Immerhin fast die Hälfte der Befragten gab an, sich in den vergangenen 12 Monaten bisweilen matt und müde gefühlt zu haben, 40 Prozent sprachen sogar von einer körperlichen, über 16 Prozent von einer emotionalen Erschöpfung.

Im dem Interview vorausgegangenen Jahr waren gut 28 Prozent für ein bis drei Tage krank, knapp 31 Prozent für vier bis sieben Tage , gut 20 Prozent für acht bis vierzehn Tage und 12 Prozent für 15 bis 28 Tage. Über 87 Prozent gaben aber auch an, während kürzerer Krankheiten von maximal einer Woche trotzdem zur Arbeit gegangen zu sein.

Zur ausführlichen Studie der BAuA

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