Ratgeber + Unterhaltung -

Riga Jugendliche Stadt mit viel Geschichte

Baukunst aus allen Epochen neben modernster Arichtektur, traditionelle Betriebe und gleichzeitig wichtigste Handelsstadt des Baltikums. In der "Europäischen Kulturhauptstadt 2014" Riga ist es modern, traditionsbewusst zu sein.

Wenn Aija mit den Touristen einen Spaziergang durch ihre Heimatstadt unternimmt, dann gelingt es der Stadtführerin innerhalb kürzester Zeit, die Besucher mit ihrer Begeisterung für die Baukunst verschiedener Epochen anzustecken. Allein die aufs Feinste restaurierten Jugendstilfassaden würden dazu schon genügen.

Zum Abschluss der Tour steht dann noch das Jugendstilmuseum auf Aijas Programm. Das Gebäude, in dem es sich befindet, war vor 100 Jahren eines der modernsten in Riga. Denn es verfügte bereits über Fernheizung, wodurch die Bewohner auch zentral mit warmem Wasser versorgt wurden. Allerdings erfährt nicht diese Errungenschaft, sondern das eindrucksvolle Treppenhaus die größte Aufmerksamkeit der Museumsbesucher.

Mit seiner Wendeltreppe ist es nicht nur in Riga, sondern in ganz Europa einmalig. Das Museum selbst ist die authentische Innenansicht einer Bürgerwohnung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Und die entsprechend gekleideten "Bewohner" vermitteln den Eintretenden sogleich den Eindruck, geladene Gäste zu sein und an der festlich gedeckten Tafel oder am Kaffeetischchen im Erker Platz nehmen zu dürfen. Nicht nur der Jugendstil ist für Rigas Charme verantwortlich. Die 700.000 Einwohner zählende Hauptstadt Lettlands hat den Spagat zwischen Tradition und Moderne im Laufe der Jahre hervorragend gemeistert.

Riga
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Riga im 21. Jahrhundert

Deutsche Kleinodien aus der Gründungszeit der Stadt – 1201 durch den Bremer Bischof Albert von Buxhoeveden – sind erhalten geblieben oder originalgetreu restauriert worden. Andererseits bezeugen imposante Bauwerke wie die gerade fertiggestellte Nationalbibliothek am anderen Ufer der Düna, dass Lettland im 21. Jahrhundert angekommen ist.
Wenngleich Riga der größte und wichtigste Handelsplatz des Baltikums ist, bietet die Stadt viel Raum für Entspannung und Müßiggang in großzügig angelegten Parks und Grünanlagen. Hier lauscht der Tourist den Straßenmusikanten und genießt dabei eine Praline von Laima, der im 19. Jahrhundert von einem Deutschen gegründeten Schokoladenfabrik, oder Piragi, mit Speckwürfeln gespickte Hefebrötchen.

Ein Besuch im Seebad

Global Player findet man kaum. Vielmehr sind es Mittelständler und Kleingewerbetreibende, die mit ihrem Ideenreichtum sowohl nach Westen streben, als auch die russischen Nachbarn bedienen: Traditionelle Handwerkskunst, vornweg Strickwaren und zarte Leinengewebe – die sogar schon den japanischen Markt erobert haben.

Auch im Seebad Jurmala, das aus mehreren ineinander übergehenden Orten mit typischen Holzhäusern besteht, schlendert man vorbei an Ständen mit Handgestricktem, -gewebtem und leckerem Naschwerk. Die zumeist jungen Verkäufer halten in traditionellen Trachten gekleidet das Lokalkolorit hoch, während die Schaufenster der Immobilienmakler in russischer Sprache mit Luxus-Domizilen locken. Die Angebote richten sich nicht unbedingt an die 40 Prozent große russische Bevölkerungsgruppe in und um Riga, sondern eher an potente Kunden aus dem Nachbarland. Von Wirtschaftssanktionen gegen Russland will man hier verständlicherweise nichts wissen.

Weitere Informationen zu Riga

Riga, die Hauptstadt von Lettland, ist die größte Stadt des Baltikums und gleichzeitig "Europäische Kulturhauptstadt 2014".
Anreise: AirBaltic fliegt direkt von allen großen deutschen Flughäfen aus.
Währung: Seit Januar 2014 gilt in Lettland der Euro.
Unterkunft: Hotels aller Unterkunftskategorien sind über die bekannten Buchungsportale buchbar.
Kulturhauptstadt 2014: Viele Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte finden dieses Jahr noch im Rahmen der "Europäischen Kulturhauptstadt" statt. Ein Programm finden Sie unter liveriga.com.


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