Freiburg -

Energiemesse GETEC "Ja hämmer gsait!"

Kammerpräsident setzt auch für die Zukunft auf die GETEC.

"Ja hämmer gsait!"
Empfang am Stand der Handwerkkammer Freiburg: (v.l.) Marcel Thimm, Vorstandvorsitzender der Sparkasse Freiburg –  Nördlicher Breisgau; Johannes Ullrich, Präsident der Handwerkskammer Freiburg; Per Klabundt,... -

Nach drei Tagen endete am 1. März die achte Auflage der Gebäude.Energie.Technik (GETEC) auf dem Freiburger Messegelände. In Zeiten, in denen die Ausgestaltung der Energiewende und der effektive Umgang mit Energie viele Bürger vor Fragen stellt, nutzten rund 9.500 Besucher das breite Informationsangebot um die Themen energieeffizientes Modernisieren, Sanieren und Bauen. Das sind etwa zwölf Prozent mehr als im Vorjahr.

„Der intensive Austausch von Besucher zu Aussteller, von Aussteller zu Besucher, das war typisch für die diesjährige GETEC“, erklärte Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM). „Besucher und Aussteller konnten sich im persönlichen Kontakt auf das Wesentliche konzentrieren. Das hat auf beiden Seiten die Zufriedenheit gesteigert, zumal viele Besucher gut vorbereitet auf die GETEC kommen“, so Strowitzki weiter.

Diese Stimmung spiegelte sich auch am Stand der Handwerkskammer Freiburg wider. In zahlreichen Gesprächen ging es um die Tücken des Alltags in der Umsetzung der Energiewende und um die „politische Irrfahrt“, wie es Kammerpräsident Johannes Ullrich in seiner Eröffnungsrede formuliert hatte. Auch das Beratungsangebot der Handwerkskammer wurde durch Aussteller und Besucher aus dem Handwerk nachgefragt.

Ullrich erinnerte in seiner Eröffnungsrede an den Geist der Anti-AKW-Bewegung in Wyhl vor vierzig Jahren. Über drei Jahrzehnte habe man anschließend warten müssen, bis die Weichen für eine konsequente Energiewende politisch gestellt wurden. Die Frage, die sich nun stelle: „Müssen wir noch mal fast vierzig Jahre warten, bis wir auch etwas Gescheites draus gemacht haben?“

Dass das südbadische Handwerk an seinem Grundbekenntnis zum Klimaschutz festhalten werde, machte Ullrich unmissverständlich klar: „Wir wollen und werden keinen Millimeter abweichen von unserer Rolle als eine der Triebkräfte der Energiewende hier in Südbaden. Das Handwerk hat noch nie zu denen gehört, die sich vom Acker machen, wenn es mal aufwändiger und komplizierter wird.“

Ullrich nutze zudem die Gelegenheit zur Kritik an der Industrie. Auf die mediale Diskussion um Brandverhalten von Dämmstoffen und Dämmwerte seien von Herstellerseite noch keine ausreichenden Antworten gegeben worden – weder für Verbraucher noch für das ausführende Handwerk. Dass da sowohl Kunden als auch Handwerker ins Grübeln kämen, sei nur nachvollziehbar. Gerade deshalb sei die jährlich stattfindende GETEC so wichtig für die Region.

„Die GETEC, das ist meine feste Überzeugung, wird gebraucht in der Region. Diese Fachmesse hat sich in den vergangenen acht Jahren schon immer den jeweils aktuellen Anforderungen gestellt.“ Dieser Geist der Anpassung werde auch der Schlüssel dafür sein, dass die GETEC ihre Rolle als Impulsgeber für die Energiewende hier im Dreiländereck beibehalten könne.

Zum Ende seiner Rede erinnerte Ullrich nochmal an den Kern dessen, was Wyhl vor vierzig Jahren ausmachte: „Bauern, Handwerker, Pastoren, Politiker, Studenten – Engagierte aus allen Bevölkerungsteilen, aus der ganzen Region waren auf den Beinen.“ So etwas wie in Wyhl sei nicht planbar oder gar zu verordnen. Klar sei aber auch: „Wir brauchen für dieses Megaprojekt – genannt Energiewende – etwas von diesem Geist.“ Und so gab Ullrich seiner Hoffnung Ausdruck, einmal rückblickend auf die heutige Zeit sagen zu können: „Ja hämmer gsait! Gut hämmer’s gemacht!“

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