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Steuertipp Investitionsabzugsbetrag: Keine Steuernachteile wegen Betriebsaufgabe

Erfüllen Sie die Voraussetzungen für den Investitionsabzugsbetrag, dürfen Sie für geplante Investitionen 40 Prozent der voraussichtlichen Investitionskosten im Jahr der Planung als Betriebsausgaben abziehen. Was gilt, wenn der Betrieb im Jahr nach der Investition unterjährig – also vor dem 31. Dezember – aufgeben wird?

Eine Frage, auf die die Finanzverwaltung eine klare Antwort hat. Da der Gegenstand im Folgejahr nach der Investition nicht das ganze Jahr betrieblich genutzt wurde, kippt der Investitionsabzugsbetrag rückwirkend. Folgen: Das Finanzamt ändert den Steuerbescheid des Abzugsjahrs, kippt den Investitionsabzugsbetrag und fordert Steuern plus Nachzahlungszinsen.

Finanzgericht entscheidet zu Gunsten des Unternehmers

Doch das Finanzgericht Thüringen ist anderer Auffassung. Gibt der Unternehmer im Jahr nach der Investition seinen Betrieb während des Jahres auf, ist das noch nicht schädlich für den Investitionsabzugsbetrag. Es ist jedoch erforderlich, dass der Unternehmer den Gegenstand im Jahr des Kaufs und im Rumpfwirtschaftsjahr der Betriebsaufgabe nachweislich zu mindestens 90 Prozent betrieblich nutzt (FG Thüringen, Urteil v. 10.4.2019, Az. 4 K 442/17).

Steuertipp: So ganz einverstanden war das unterlegene Finanzamt mit diesem Richterspruch nicht und legte die Revision beim Bundesfinanzhof ein (BFH, Az. X R 30/19). In vergleichbaren Fällen müssen Unternehmer also Einspruch gegen nachteilige Steuerbescheide einlegen und mit Hinweis auf den Musterprozess beim Bundesfinanzhof das Ruhen des Einspruchsverfahrens beantragen.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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