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Je ärmer, desto mehr Abfall In diesen Städten produzieren die Deutschen den meisten Müll

Trauriger Rekord: Deutschland zählt zu den Weltmeistern in Sachen Müllproduktion. Eine Studie zeigt jetzt, in welchen deutschen Städten der meiste Unrat erzeugt wird und welchen Einfluss das Einkommen darauf hat.

38 Millionen Stück Plastikteile. Diese enorme Menge an Müll entdeckten Forscher auf der kleinen Pazifikinsel Henderson Island. Obwohl diese unbewohnt ist, gilt die Insel als der Ort mit der größten Ansammlung von Abfall: 13.000 Plastikteile werden täglich neu angeschwemmt. Ihr Beispiel verdeutlicht das weltweite Müllproblem, von dem auch Deutschland betroffen ist.

Denn die Deutschen gehören zu den Weltmeistern im Müllproduzieren. So wandern beispielsweise jedes Jahr drei Milliarden Kaffeekapseln in deutsche Mülltonnen. Hinzu kommen Milliarden von Plastiktüten, Milchtüten und sonstigem Unrat. Jeder Deutsche produziert jährlich bis zu einer halben Tonne Müll – genau genommen rund 455 Kilogramm (kg) Haushaltsabfall. Eine Studie des Onlineportals billiger.de hat nun herausgefunden, in welchen deutschen Städten der meiste Müll erzeugt wird.

Höchste Müllproduktion in Baden-Baden

Mit 763 kg Abfall je Einwohner produzierte die Stadt Baden-Baden im Jahr 2015 die größte Menge an Gesamtmüll deutschlandweit. Platz zwei und drei holten sich der Landkreis Friesland mit 740 kg an Gesamtmüll pro Einwohner und die Stadt Schweinfurt mit 678 kg Gesamtmüll pro Einwohner.

Die Top 15 der deutschen Gesamtmüll-Hochburgen gibt es im Ranking:

Platz Stadt/Landkreis Durchschnittlich eingesammelte Abfallmenge 2015 in kg/Einwohner¹ Über- / unter Durchschnitt
1 Baden-Baden 763 63 Prozent
2 Friesland (LK) 740 58 Prozent
3 Schweinfurt 678 45 Prozent
4 Rosenheim 662 42 Prozent
5 Hof 650 39 Prozent
6 Bottrop 642 37 Prozent
7 Bamberg 614 31 Prozent
8 Neumünster 604 29 Prozent
9 Diepholz (LK) 600 28 Prozent
10 Unna (LK) 578 24 Prozent
11 Frankenthal/Pfalz 573 22 Prozent
12 Kempten 569 22 Prozent
13 Kaufbeuren 569 22 Prozent
14 Landau 566 21 Prozent
15 Ansbach 565 21 Prozent

Quelle: billiger.de, Stand: 03.04.2017.¹ Die „eingesammelte Abfallmenge insgesamt“ beinhaltet Hausmüll, Sperrmüll, organische Abfälle, Wertstoffe und sogenannte "sonstige Abfälle" (u.a. Textilien, Batterien, Öle und Fette). Nicht berücksichtigt werden Elektroaltgeräte. Daten zu eingesammelter Abfallmenge auf Ebene der Städte oder Landkreise im Rahmen der öffentlich-rechtlichen Abfallentsorgung.

Vorbildlich im Umgang mit Müll sind übrigens die Landkreise Mittelsachsen (247 kg), Zwickau (286 kg) und Erzgebirgskreis (310 kg). Sie liegen mit bis zu 47 Prozent deutlich unter der durchschnittlichen Gesamtmüllproduktion in Deutschland. Auch in Großstädten wie Dresden (322 kg), Berlin (380 kg) und München (393 kg) sieht die Abfallbilanz positiv aus.

Tourismus kann Abfallmenge beeinflussen

Anteil an den hohen beziehungsweise niedrigen Produktionszahlen haben aber nicht nur die Bewohner. Auch die unterschiedliche Abfallsatzungen und -logistiken der einzelnen Städte und Landkreise nehmen darauf Einfluss. Zudem kann es sein, dass Kleinbetriebe ihren Firmenabfall über den privaten Weg des Haus- und Sperrmülls entsorgen. Allgemein ist auch zu beachten, dass in Urlaubs- und Tourismusregionen ein Teil der Müllmenge von den Tagesgästen und Urlaubern stammt. 

Arme Menschen produzieren mehr Müll

Interessant: Die Studie belegt auch, dass Menschen mit niedrigerem Einkommen mehr Müll erzeugen. So gibt es einen statistischen Zusammenhang zwischen den Müllbergen pro Bürger und der Armutsquote. Besonders betroffen sind hier Städte wie Bremerhaven, Gelsenkirchen oder Berlin. dhz

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