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Steuertipp Immobilienkauf und Steuern: Bundesfinanzhof urteilt zu Erhaltungsaufwendungen

Wer nach dem Kauf einer Immobilie noch einiges in den Erhalt des Gebäudes investierten muss, bekommt nun Rückendeckung vom Bundesfinanzhof. Dieser hat eine Ausnahme für die steuerliche Abschreibung veröffentlicht.

Kaufen Sie eine Immobilie und stecken in den drei Jahren danach mehr als 15 Prozent des Gebäudewerts in Erhaltungsaufwendungen, folgt steuerlich eine böse Überraschung. Das Finanzamt geht in diesem Fall nämlich von nachträglichen Herstellungskosten aus.

Folge: Statt des Sofortabzugs als Werbungskosten, müssen diese Erhaltungsaufwendungen über Jahrzehnte im Rahmen der Gebäudeabschreibung steuerlich geltend gemacht werden. Der Bundesfinanzhof hat nun jedoch eine Ausnahme veröffentlicht.

Denn können Sie dem Finanzamt plausibel nachweisen, dass die Erhaltungsaufwendungen auf Schäden zurückzuführen sind, die erst nach dem Kauf der Immobilie verursacht wurden, müssen solche Erhaltungsaufwendungen nicht in die 15-Prozent-Grenze einbezogen werden (BFH, Urteil v. 9.5.2017, Az. IX R 6&176; veröffentlicht am 4.10.2017).

Erhaltungsaufwendungen: So urteilten die Richter

In dem Urteilsfall kaufte eine Steuerzahlerin eine Immobilie und vermietete diese. Nach Auszug der Mieterin stellte die Vermieterin fest, dass die Mieterin mutwillig Schäden in der gemieteten Wohnung verursacht hat. Die Schäden waren erst nach dem Kauf entstanden. Da die Vermieterin zur Behebung dieser Schäden netto rund 17.000 Euro gezahlt hat, diese Ausgaben in dem Zeitraum von drei Jahren nach dem Kauf angefallen sind und das diese 17 Prozent mehr als 15 Prozent des Gebäudewerts ausmachten, kippte das Finanzamt den Sofortabzug als Werbungskosten und ließ nur die zähe und Jahrzehnte lange Abschreibung steuerlich zu.

Diese Auffassung kassierten die Richter des Bundesfinanzhofs mit ihrem Urteil. Sobald Erhaltungsaufwendungen für nach dem Kauf verursachte Schäden entstehen, ist der Sofortabzug als Werbungskosten zulässig.

Steuertipp: Es kann sein, dass einige Finanzämter dieses Urteil noch nicht kennen und weiterhin den Spielverderber spielen und den Sofortabzug für solche Erhaltungsaufwendungen weiterhin kippen. Legen Sie gegen nachteilige Steuerbescheide Einspruch ein und weisen Sie dabei dezent auf diese steuerzahlerfreundliche neue Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs hin.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv. dhz

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