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Internationale Funkausstellung Ifa 2016: Smart Home per Sprache steuern

Das E-Haus des Elektrohandwerks ist ein Stammgast auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin. Die fünfte Generation des Modellprojekts für das vernetzte Wohnen wartet diesmal mit Technik zum Nachrüsten auf, mit neuen Bedienelementen und Sprachsteuerung. Sie spiegelt die Trends der Ifa 2016 wieder.

Hundert Quadratmeter neueste Technik, Wohnen in der vernetzten Welt von morgen: Lampen und Jalousien lassen sich allein durch eine deutliche Ansage anknipsen und herunterfahren. Die Heizung wird mit dem Smartphone vom Sofa aus höher gedreht und die Waschmaschine springt dann an, wenn die Solaranlage auf dem Dach den meisten Strom produziert. Smart-Home-Technologien machen das und noch vieles andere möglich.

Im E-Haus, mit dem die drei deutschen Verbände der Elektrobranche, darunter auch der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), wieder auf der Ifa vertreten sind, zeigt sich die Weiterentwicklung der intelligenten Vernetzung von Elektrogeräten, Heizsystemen und Wohnkomfort. Hier sollen die Messebesucher sehen, was beim Thema Smart Home heute schon möglich ist. "Statt Prototypen der Hersteller haben wir Geräte eingebaut, die es bereits auf dem Markt gibt", sagt Bernd Dechert, ZVEH-Geschäftsführer im Bereich Technik und Berufsbildung.

Smart Home weiterhin Ifa-Trend

Zwar soll mit dem stärkeren Praxisbezug weiterhin aufgezeigt werden, dass ein intelligentes und vernetztes Gebäudemanagement in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Klar wird dennoch, dass die Zukunft in diesem Bereich bereits begonnen hat. Auf der Ifa 2016 steht bereits die fünfte Version des E-Hauses. Neu ist nun, dass die eingebaute Technik auch per Sprachsteuerung funktioniert. "Das ist besonders mit Blick auf das altersgerechte Wohnen wichtig", erklärt Dechert.

Gleichzeitig wurden einige weitere Bedienelemente optimiert. So ist das E-Haus nun auch über Smart-Watches steuerbar und kann so programmiert werden, dass man mit dem Smartphone einen QR-Code einliest und dann alle Geräte nur für einen bestimmten Zeitraum nutzen kann – beispielsweise für Hotels ein praktikables Modell. Außerdem gibt es neue Apps und neue optische Elemente, die mit der Technik verknüpft sind wie etwa eine Fliese im Badezimmer hinter der die Steuerung versteckt ist. Sie reagiert allein durch die Berührung mit der Hand.

Technik zum Nachrüsten

Erweitert wird aktuell außerdem der Einsatzbereich der im E-Haus vorgestellten Techniken. Denn viele davon gibt es jetzt auch zum Nachrüsten. "Die ersten Versionen des E-Hauses hatten immer den Neubau eines Hauses oder einer Wohnung als Ausgangspunkt. Das ändert sich jetzt", erklärt der E-Handwerksvertreter.

Smart Home: Trend der Ifa 2016

Das Thema Smart Home ist einer der wichtigsten Trends der Ifa 2016. Über 40 Aussteller aus 15 Ländern präsentieren in Halle 6.2 auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern ihre neuesten Produkte und Dienstleistungen zum Thema Smart Home.

Von intelligenter Haussteuerung, beispielsweise beim Licht, der Raumtemperatur oder Heizung, über Energie-Management, Sicherheitssysteme, drahtlose Übertragungstechniken, Zugangskontrolle und die Einbindung von Robotern, wie Staubsauger, Rasenmäher und Fensterputzer, wird laut Veranstalter ist alles dabei sein.

E-Haus: Interessant für angehende Azubis

Der stärkere Bezug zur Gegenwart und zur Praxis steht auch deshalb im Mittelpunkt, da die Verbände mit dem E-Haus auf der Ifa auch um Nachwuchs werben. "Zu dieser Messe kommen viele Schüler und Jugendliche und hier können wir ihnen zeigen, welch interessantes Arbeitsumfeld wir bieten, welche komplexen Tätigkeiten im Elektrohandwerk auf angehende Azubis zukommen und dass wir mit und an den neuesten Technologien arbeiten", sagt Dechert.

Ob Sprachsteuerung oder mehr Bedien- und Benutzerfreundlichkeit, mit diesem Fokus spiegelt das E-Haus die Trends wieder, die auf der gesamten Ifa immer wieder zum Ausdruck gebracht werden. Vom 2. bis zum 7. September 2016 wird auf dem Gelände rund um den Berliner Funkturm wieder gezeigt, was Technik heute schon kann und was künftig auf uns zukommt. jtw

Mehr über das E-Haus können Sie hier nachlesen.>>>

Die Trends der Ifa 2016

Für Elektronikhersteller wird es immer schwieriger jedes Jahr mit bahnbrechenden Neuerungen auf den Markt zu kommen. Zur Ifa 2016 verfeinern sie deshalb ihre Techniken und arbeiten an der Benutzerfreundlichkeit. Weiter im Fokus: die Vernetzung.

Die Internationale Funkausstellung in Berlin steht für große Fernseher und gestochen scharfen Bildern. Sie standen lange im Mittelpunkt der Messe und auch im Jahr 2016 lassen es sich die Hersteller nicht nehmen neue TV-Techniken vorzustellen. Dabei geht es allerdings um Details: Full-HD genügt nicht mehr. Eine Bildschirmauflösung in Ultra-HD ist bei modernen High-End-Geräten inzwischen Standard. Heute braucht man zusätzlich HDR für eine bessere Farbdarstellung, Quantum Dot für einen erweiterten Farbraum oder gleich ein OLED-Modell, das über organische Leuchtdioden funktioniert. So wird die Bildqualität weiter aufgerüstet.

Doch auch wenn die Ifa für neue TV-Technik steht und Display-Innovationen in den vergangenen Jahren immer wichtiger wurden, müssen die Hersteller einen neuen Schwerpunkt setzen, um den Kunden wirklich Neues zu bieten. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr deshalb auf der Benutzerfreundlichkeit und der einfachen Bedienung all der technischen Geräte, die mittlerweile unsere Haushalte zieren.

Vernetzt und zentral gesteuert

Konkret geht es um mehr Vernetzung und die bessere Steuerung der Technik über das Smartphone. Ganz wichtig dabei: die Musik – am besten kabellos vom Smartphone oder aus dem Netzwerkspeicher. So sind mobile Lautsprecher gefragt wie nie. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland laut dem Branchenverband gfu mit drei Millionen portablen Boxen doppelt so viele verkauft wie ein Jahr zuvor. Das greift auch die Ifa auf und zeigt, wie man sie unterwegs als Bluetooth-Boxen mit Akku oder zuhause als WLAN-Lautsprecher nutzen kann.

Doch nicht nur die Boxen zum Musikhören werden nun über das Handy per App gesteuert. Lampen, Waschmaschinen, Türschlösser, Jalousien, Heizungen, Pool-Thermometer oder Sicherheitskameras: Immer mehr Geräte im Haushalt bekommen einen Internet-Anschluss und lassen sich so bequem vernetzen und zentral bedienen. Bei der Vernetzung miteinander spielt zunehmend die Sprache eine wichtige Rolle.

Die Steuerung per App auf dem Smartphone war erst der erste Schritt auf dem Weg zum smarten Zuhause. Nun folgt die Vernetzung der einzelnen Geräte untereinander anhand einer zentralen Steuerung allein über die Sprache. Die Großen der Branche haben sich das aktuell auf die Fahnen geschrieben.

So soll per Sprachsteuerung, etwa über Lautsprecher und Mikrofone, die in der Wohnung angebracht und mit einem Computer vernetzt sind, nicht nur die gewünschte Musik abgespielt, sondern auch Fragen zum Beispiel zum Wetter oder Kochrezepten beantwortet werden. Dank Software-Schnittstellen ist auch vernetzte Technik vieler Anbieter steuerbar.

Zu laute Haushaltsgeräte

Auch Hausgeräte-Hersteller setzen darauf, ihre Technik mit digitalen Ergänzungen auszustatten. So könnte es in Zukunft doch sein, dass der Kühlschrank Butter oder Milch übers Internet nachbestellt oder die Waschmaschine neuen Entkalker ordert.

Trend bei der "weißen Ware" ist in diesem Jahr aber nicht nur die Vernetzung, sondern ein vergleichsweise banal klingender Fortschritt: die Lautstärke der Geräte. Hier setzen die Hersteller an und zeigen Neuheiten auf der Ifa. Gegen lautes Rumpeln baut etwa ein Unternehmen aus Südkorea in seine neuen Waschmaschinen und Trockner einen sensiblen Stoßdämpfer ein und ein Balance-System mit kleinen Bällen, die sich in einem Ring um die Trommel bewegen. Bei Kühlschränken gibt es die ersten Modelle, die statt des brummenden Kompressors eine leise und sparsame magnetische Wärmepumpe verwenden.

Des Weiteren zählen Details wie ein geringer Stromverbrauch und eine einfache Bedienung. So bekommt etwa eine Waschmaschine eine Extra-Klappe in der Tür, durch die man bei laufendem Programm ein Wäschestück hinterherwerfen kann.

Drohnen, 3D-Drucker und VR-Brillen

Bei der Ifa stehen aber auch drei eher neue Produktgruppen auf dem Programm, bei denen in den vergangenen Monaten die Nachfrage stark gestiegen ist. Das wollen die Hersteller nutzen. Drohnen, 3D-Drucker und Virtual-Reality-Brillen stehen hoch im Kurs.

3D-Drucker gibt es mittlerweile auch für den privaten Einsatz. Sie kosten teilweise unter 500 Euro. Das Thema Virtual Reality steht auf der IFA als Trend ganz oben auf der Agenda. Die größten Impulse für den noch jungen Markt kommen aus der Games-Branche. Doch auch Bereichen wie Bildung, Nachrichten-Vermittlung, Architektur, Kommunikation oder Einkaufen wird Virtual Reality künftig ein Thema.

Drohnen sind es dagegen schon bei einigen Deutschen. Etwa vier Prozent besitzen bereits ein solches Gerät und nutzen es privat. Laut Umfrage denken etwa 15 Prozent darüber nach, sich eine Drohne anzuschaffen.

Ein klassisches Thema der Ifa sind wieder die neuen Handy bzw. Smartphones. Denn immerhin nutzen die meisten Deutschen ihr Smartphone im Schnitt nur zweieinhalb Jahre und wollen dann ein moderneres Modell mit neuen Funktionen. Einer Prognose der gfu zufolge werden dieses Jahr in Deutschland insgesamt 25 Millionen Smartphones und 1,9 Millionen andere Handys verkauft. Die bekanntes großen Hersteller liefern sich regelmäßig einen Konkurrenzkampf zu den wichtigsten Messe neue Modelle herauszubringen. Ähnliches gilt auch für den Bereich Notebook und Tablets. dpa/dhz

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