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Mitarbeitersuche in den sozialen Medien "Ich hätte nicht mit einem solchen Erfolg gerechnet"

Eigentlich wollte sich Albert Kiefer, Geschäftsführer der Peter Hoch Pflaster- und Straßenbau GmbH & Co. KG in Freiburg, schon aus den sozialen Medien verabschieden. Nach einem Seminar und einer Stellenanzeige auf Facebook änderte er seine Meinung.

Die Suche nach Fachkräften beschäftigt zurzeit viele Handwerker. Dank voller Auftrags­bücher wollen viele Unternehmen ihr Personal aufstocken – und immer weniger Fachkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt verfügbar. Der richtige Maßnahmenkatalog bei der Fachkräftesuche kann deshalb einen echten Vorteil für Betriebe be­deuten.
Auch Albert Kiefer, Geschäftsführer der Peter Hoch Pflaster- und Straßenbau GmbH & Co. KG in Freiburg, hatte vor kurzem einige Stellen zu besetzen. “Neben freien Ausbildungsplätzen hatten wir auch eine freie Stelle als Baumaschinenführer.“

Sein Unternehmen nutzt bereits einen guten Maßnahmenmix zur Mitarbeiterakquise. Neben der Anzeigenschaltung in Zeitungen – die für ihn durchaus ins Geld gehen – werden die Anzeigen auch auf die Internet- und die Facebook-Seite der Firma gesetzt. Kiefer merkt dennoch: “Es ist deutlich schwieriger geworden, gute Fachkräfte zu finden.“ Auch deshalb ist er immer auf der Suche nach neuen Ansätzen. Da kam ihm ein Seminar der Handwerkskammer Freiburg, das sich mit dem Einsatz von sozialen Medien für die Arbeitgeberattraktivität beschäftigte, gerade recht. Anfangs war er eher skeptisch. “Intern waren wir schon in der Diskussion, unsere Unternehmensseite auf Facebook wieder abzuschalten. Der Nutzen war für mich nicht so direkt sichtbar.“

Überraschende Resonanz

Nach dem Seminar hatte er jedoch eine andere Sicht auf die Dinge. Neu für Kiefer war vor allem die Nutzung der Marketing- und Werbetools, die die sozialen Medien bieten. “Die Funktionen, die Facebook zur Schaltung von Stellenanzeigen bietet, kannte ich so nicht. Die habe ich direkt am nächsten Tag getestet.“

Er setzte einen geringen Betrag für die kurzzeitige Bewerbung der Facebook-Anzeige ein – und war von der Resonanz überrascht. “Wir hatten rund 20 Anfragen auf unsere Lehrstellen und zehn Anfragen auf die Stelle eines Baumaschinenführers.“ Nun wird er wohl zwei Auszubildende einstellen. Und für die Stelle des Baumaschinenführers hat sich aufgrund der Facebook-Anzeige sogar eine interne Lösung ergeben. “Ich hätte nicht mit einem solchen Erfolg gerechnet“, stellt Kiefer zufrieden fest. Ein wenig skeptisch bleibt er, was die Algorithmen im Hintergrund angeht. “Was Facebook im Hintergrund macht, bleibt für mich ein Buch mit sieben Siegeln.“

Aber der Erfolg hat ihn von der weiteren Nutzung seines Facebook-Accounts überzeugt. Und zwar nicht nur für die Mitarbeitersuche, sondern auch für die Mitarbeiterbindung. Das Gute dabei: Der Aufwand hält sich für ihn in Grenzen, den Nutzen bewertet er aus heutigen Sicht deutlich höher.

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