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Messe in Frankfurt zeigt, wohin die Autoindustrie steuert IAA 2017: Große Bühne für kompakte SUV

Auf der Messe in Frankfurt bestimmen die urbanen Geländewagen das Bild. Dabei wollte die IAA ein Zeichen für die Mobilität von morgen setzen. Das übernimmt ein Handwerksbetrieb.

Zukunft erleben – unter diesem Motto steht die 67. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) vom 14. bis 24. September in Frankfurt. Dort können die Besucher sich über den Stand der Technik beim vernetzten und automatisierten Fahren, über Elektromobilität oder neue Mobilitätskonzepte für die Stadt von morgen informieren. Die Hauptakteure der Messe aber tragen ein Blechkleid und stehen in besonders großer Zahl als Sport Utility Vehicle (SUV) auf der Bühne. Der Trend zu den urbanen Geländewagen scheint sich nicht nur fortzusetzen, er gewinnt sogar weiter an Fahrt – ungeachtet aller politischen Debatten um Fahrverbote und Luftbelastung.

Die Neuheiten der IAA 2017

Sogar die chinesischen Hersteller wittern Morgenluft. Nachdem die Asiaten vor gut zehn Jahren mit dem Brilliance beim Crashtest eine Bruchlandung erlebten, versucht sich mit Chery nun wieder ein Hersteller aus dem Reich der Mitte in Europa. Zur IAA soll ein neu entwickeltes Kompakt-SUV seine Weltpremiere feiern.

Ein Golf fürs Gelände

Damit treten die Chinesen in einer Klasse an, in der es besonders eng werden wird, zumal auch die Europäer hier mit Neuheiten in den Markt drängen. Allen voran Volkswagen mit dem neuen T-Roc. Der so genannte Gelände-Golf ist nach dem Tuareg und dem Tiguan das bisher kleinste SUV von Volkswagen und soll ab November zum Einstiegspreis von rund 20.000 Euro zu haben sein. 2018 will VW ein weiteres SUV an den Start bringen, dann in Polo-Größe.

Noch vor dem T-Roc bringt Opel sein neues Kompakt-SUV zu den Händlern. Schon kurz nach seiner Weltpremiere auf der IAA soll der Grandland X auch in den Showrooms der Autohäuser stehen – als erstes von insgesamt sieben neuen Fahrzeugen, die Opel im Rahmen seiner Modelloffensive „7 in 17“ bis Jahresende auf den Markt bringen möchte. Der Opel Grandland X wird zusammen mit dem Peugeot 3800 beim französischen PSA-Konzern gebaut und damit quasi bei den neuen französischen Herren von Rüsselsheim.

Mit dem Arona steigt auch Seat bei den kompakten SUVs ein. Es ist nach dem Ateca bereits das zweite SUV der Spanier, die für kommendes Jahr ein weiteres angekündigt haben. Das soll dann eine noch Nummer größer sein als der Ateca.

Jaguar sorgte mit seinem neuen Kompakt-SUV schon im Vorfeld der IAA für Furore. Zur Vorstellung des E-Pace hatte die Edelmarke Promis nach London geladen. Die bekamen einen spektakulären Weltrekord zu sehen. Der 15 Meter weite Flug mit einer 270-Grad-Fassrolle, wie man sie aus dem Flugsport kennt, war inspiriert vom legendären Stunt aus einem James-Bond-Film mit Roger Moore als britischer Agent 007 in den 70er Jahren. In Frankfurt wird sich der Jaguar E-Pace allerdings ganz friedlich gebärden, bevor er Anfang 2018 in Deutschland ausgeliefert wird. Bestellen können die Kunden ihn schon jetzt, Einstiegspreis: 35.000 Euro.

Mercedes steigt bei Pick-ups ein

Neben der hohen Nachfrage nach SUV zeigt sich auf dem Automarkt ein weiterer Trend, der sich auf der IAA widerspiegelt. Denn immer mehr Hersteller wollen im Segment der Pick-ups mitverdienen. In Frankfurt präsentiert nun auch Mercedes-Benz seinen neuen Pick-up. Die X Klasse basiert zwar auf dem Nissan Navara, soll aber ein typischer Mercedes sein, betonen die Vertreter von Daimler.

Markführer Ford, der mit dem Ranger in Europa die höchsten Verkaufszahlen für sich verbuchen kann, präsentiert auf der IAA die auf 2.500 Exemplare limitierte „Black Edition“. Erkennungsmerkmal ist die komplett in Iridium-Schwarz lackierte Karosserie ohne Chromteile. Das soll die Robustheit des Rangers zum Ausdruck bringen.

Natürlich präsentieren viele Aussteller in Frankfurt nicht nur ihre Serienfahrzeuge, sondern geben mit Prototypen und Studien einen Ausblick auf die Zukunft, ganz im Sinne des IAA-Mottos. So zeigt Škoda erstmals in Europa seine Konzeptstudie Vision E. Das stromlinienförmige Auto wird von zwei Elektromotoren mit einer Leistung von 306 PS angetrieben, hat eine Reichweite von 500 Kilometer und ermöglicht hochautomatisiertes Fahren auf Level 3. Der Autopilot kann bei Autobahnfahrten selbständig beschleunigen, lenken, bremsen und sogar ausweichen sowie freie Parkplätze finden und einparken.

Paravan wird Autobauer

Seine Premiere als Fahrzeugbauer feiert in Frankfurt ein Handwerksbetrieb von der Schwäbischen Alb. Die Firma Paravan, die inzwischen zum Würth-Konzern gehört, wurde als Umrüster von Autos für schwerstbehinderte Menschen mit vielen Preisen dekoriert. Nun nutzt die Tüftlerschmiede aus Pfronstetten ihre Kompetenzen im automatisierten Fahren und stellt mit Cloui eine Art selbstfahrendes Elektromobil vor. Es kann sowohl als Minibus, aber auch für den Gütertransport eingesetzt werden und soll extrem flexibel sein. „Weder die Karosserie noch die Innenausstattung sind vorgegeben“, sagt Paravan-Geschäftsführer Roland Arnold. Herzstück des Fahrzeugs wird das Drive-by-Wire-System sein. Die patentierte Steuerungstechnologie kommt auch bei den Behindertenfahrzeugen zum Einsatz und habe sich laut Paravan schon auf 500 Millionen Straßenkilometern bewährt.

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