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Antrag der Grünen im Bundestag Hunderte Millionen Euro für den Dachausbau

Etwa eine Million Wohnungen fehlen derzeit bundesweit. Wohnraum ist knapp – vor allem in den Städten. Die Grünen wollen das ändern, indem mehr Dächer ausgebaut werden – gefördert durch den Staat. Er soll zehn Prozent der Baukosten übernehmen.

Wenn leerstehende Dächer zu Wohnungen umgebaut, Wohnhäuser und Supermärkte aufgestockt werden, kann neuer Wohnraum entstehen. Allein in dieser Wahlperiode könnten so 100.000 zusätzliche Wohnungen entstehen, heißt es in einem Antrag der Grünen. Die Fraktion will ihn an diesem Donnerstag in den Bundestag einbringen und damit den Dachausbau und das Schaffen neuen Wohnraums zusätzlich staatlich fördern lassen. Denn bislang gibt es zwar zahlreiche Förderprogramme für energetische Sanierungen und auch die Möglichkeit, Handwerkerkosten steuerlich abzuschreiben, aber für den Dachausbau selbst, erhalten Bauherrn vom Staat bislang keine Fördermittel.

Dachausbau: Staat soll Anteil an Baukosten übernehmen

Um das dringend nötige Schaffen von Wohnungen zu forcieren, wollen die Grünen ein neues Förderprogramm auflegen. Dem Antrag zufolge soll der Staat dabei zehn Prozent der Baukosten übernehmen, maximal aber 150 Euro pro Quadratmeter. Noch in diesem Jahr sollten so 10.000 Wohnungen mit 90 Millionen Euro gefördert werden, über drei Jahre planen die Grünen Investitionen von mehr als 800 Millionen Euro.

"Wir stärken mit dem Programm die Innenentwicklung im Bestand und geben eine Antwort auf die steigenden Baulandpreise und ermöglichen Wohnungsbau ohne Flächenfraß", erklärte die Sprecherin der Fraktion für Stadtentwicklung, Daniela Wagner, die Gründe für den Antrag. Aktuelle Schätzungen des Pestel-Instituts haben ergeben, dass bundesweit derzeit etwa eine Million Wohnungen fehlen. Die Wissenschaftler sehen ein großes Potenzial durch die Aufstockung von Wohnhäusern und Supermärkten.

Tierschützer sehen den verstärkten Dachausbau allerdings auch kritisch, denn die leerstehenden Dachräume geben vielen Vögeln einen Unterschlupf. Entsprechend werden durch die Sanierungen auch Nistplätze vernichtet und die Artenvielfalt bedroht. dpa/dhz 

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