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Knigge für Faltradfahrer How To: Klapprad – 8 Tipps für die Radreise

Mit dem Fahrrad ist man flexibel unterwegs, vor allem in Großstädten. Klappräder sind dabei auch noch platzsparend. Doch wohin damit, wenn es gerade nicht in Gebrauch ist? Darf es in Restaurants und Hotels mitgenommen werden? Auch im Zug und auf Flugreisen gibt es Richtlinien. Worauf Sie achten müssen.

Mit dem Faltrad im Bus, im Zug oder im Restaurant: Das kompakte Rad ist praktisch, vor allem in Kombination mit anderen Verkehrsmitteln. Ist es erst einmal zusammen geklappt, ist es wesentlich kleiner als ein normales Fahrrad. Dennoch braucht es ungefähr den Platz eines großen Rucksacks oder eines kleinen Koffers. Um damit nicht anzuecken, sollte Sie sich nicht nur an festgelegte Vorschriften halten, sondern auch einige Regeln der Höflichkeit befolgen. Der Pressedienst Fahrrad gibt Ratschläge zum Umgang mit Falträdern. Acht Tipps für das Reisen mit Klapprad:

1. Im öffentlichen Nahverkehr mit dem Klapprad

Ist man mit dem Bus, der Straßen- oder U-Bahn unterwegs, ist es praktisch, wenn man den restlichen Weg mit dem Fahrrad zurücklegen kann. Dafür sind Falträder besonders gut geeignet. Im öffentlichen Verkehrsmittel verbrauchen sie wenig Platz. Sie gelten zusammengefaltet meist als Gepäckstück und kosten in diesen Fällen nicht extra. Vor dem Zusteigen sollten Sie sich dennoch über die Beförderungsbedingungen des jeweiligen Verkehrsverbundes informieren. Besonders in der Rush-Hour kann es Schwierigkeiten geben. Diskussionen mit dem Personal sind aber tabu: Es hat das letzte Wort.

2. Im Zug mit dem Klapprad

Im Zug gelten ähnliche Regeln: Ist das Rad zusammengeklappt und hat "Koffermaß", muss kein Fahrradticket gelöst werden. Am besten verstauen Sie das Rad in Gepäckfächern oder –ablagen. Auch die Lücke zwischen den Rücken-an-Rücken-Sitzplätzen kann dafür genutzt werden. Unbedingt sollten Sie auf die Bremsrichtung achten und das Rad rutschfest verstauen. Ein Kabelschloss kann verhindern, dass das Fahrrad in unbeobachteten Momenten einfach mitgenommen wird.

3. Im Fernbus mit dem Klapprad

Für den Fernbus ist eine blickdichte Tasche zum Verstauen ratsam. Geben Sie Ihr Gepäck als einer der letzten ab, um das Rad zu schonen. Dann wird es von nachkommenden Gepäckstücken nicht erdrückt. Ob das Faltrad überhaupt als Gepäck anerkannt wird, hängt vom Fernbusunternehmen ab. Bei einigen Linien kann man ansonsten vor Ort noch ein Fahrradticket kaufen. Dieses kostet circa 20 Euro und sollte in der Landeswährung bezahlt werden können.

4. Beim Fliegen mit dem Klapprad

Lässt sich das Klapprad auf eine Größe von höchstens 55 x 40 x 23 Zentimeter zusammenfalten, kann es bei den großen Airlines in der Regel sogar als Handgepäck mitgenommen werden. Meist ist eine Aufgabe des Faltrads aber sinnvoller. Aber Achtung: Am Zielflughafen kann es vorkommen, dass das Faltrad als Sperrgepäck ankommt, selbst wenn es als Standardgepäck aufgegeben wurde. Auch hier hat jede Fluglinie andere Richtlinien, die Sie vor dem Flug kennen sollten.

Für den Flug sollten Sie das Rad in einen ausgepolsterten Karton oder einen entsprechenden Koffer packen. Beim Einpacken die Pedale einklappen, den Sattel abmontieren und die Luft im Reifen lassen, schont das Fahrrad.

Bei faltbaren E-Bikes gestaltet sich das Fliegen jedoch schwieriger: Der Akku für den Antrieb darf nicht mit ins Flugzeug. Sie sollten ihn zu Hause lassen. Am Ziel angekommen, müssen Sie sich vor Ort einen neuen kaufen, wenn Sie Ihr Rad dort nutzen möchten.

 5. Zur Arbeit mit dem Klapprad

Nehmen Sie das Klapprad mit in ein Büro, ist es unter dem Schreibtisch gut verstaut. Bei regelmäßigen Fahrten ins Büro, macht eine Fußmatte als Abstellfläche Sinn. So bleibt der Boden sauber. Bei Regenwetter schütteln Sie das Fahrrad am besten aus, bevor Sie das Gebäude betreten.

6. Im Alltag mit dem Klapprad

Ob im Supermarkt oder in der kleinen Apotheke: Das Klapprad sollte in Sichtweite bleiben. Bei Einkäufen bietet sich laut Pressedienst Fahrrad der Einkaufswagen an. Zusammengeklappt hat das Rad darin Platz. Auch in kleinen Läden oder Banken sollten Sie es zuerst zusammenfalten. Nehmen Sie danach Blickkontakt zum Personal auf. So dürfen Sie das Rad meist am Eingang abstellen.

7. Abends unterwegs mit dem Klapprad

Auch im Kino ist es möglich, das Rad in Sichtweite abzustellen. Der Pressedienst Fahrrad empfiehlt, es direkt an die Leinwand zu stellen. Dort störe es in der Regel nicht. Erlaubt ist dies aber nur nach Absprache mit dem Saalwart und wenn der Fluchtweg dabei frei bleibt. Im Theater führt der erste Gang an die Garderobe. Dort können Sie das zusammengelegte Fahrrad in der Regel als Gepäckstück abgeben. Ob Sie dafür eine eigene Marke brauchen und wie viel das kostet, hängt von der Regulierung des einzelnen Theaters ab.  

8. Ins Hotel mit dem Klapprad

Möchten Sie Ihr Faltrad mit auf Reisen nehmen, müssen Sie es in der Unterkunft auch verstauen können. In Hotels wird der Raum für die Koffer oft zum Abstellen angeboten. Aber auch aufs Zimmer kann man das Fahrzeug mitnehmen. Geht die Reise ins Ausland, sollten Sie sich allerdings über die Gepflogenheiten dort informieren. In Japan beispielsweise gilt ein Fahrrad immer als schmutzig und darf höchstens in einer Tasche verstaut mit ins Gebäude.

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