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Rustikale Oberflächen ohne Altholz Holzstrukturierer erzeugt Sägerau-Optik

Aufgebaut ist die Maschine, die Schreiner Stephanus Faulstich entwickelt hat, wie eine Abrichte. Allerdings verfolgt sie genau das Gegenteil. Nicht glatt gehobelt soll das Holz werden, sondern aufgeraut.

Genau das leistet der Holzstrukturierer, der zur Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München erstmals vor größerem Publikum zu sehen war.

Rustikale Oberflächen gelten als schick. Sägerau-Optiken erfreuen sich wachsender Beliebtheit, ganz gleich ob für Böden, Wände oder als Fachwerk. Als Stephanus Faulstich für seine Wohnung eine rustikale Trennwand suchte, fiel ihm auf, dass sich Strukturen im Holz immer wiederholten. Dem geschulten Auge des Schreiners blieb nicht verborgen, dass das kein Altholz sein konnte.

Also tüftelte der Inhaber der Firma Rhönlandholz an einer Lösung, wie mit einer Maschine sägeraue Holzoberflächen erzeugt werden können ohne erkennbare Musterbildung. Gelungen ist ihm das über eine bewegliche Grundplatte mit acht Messern, die nach dem Zufallsprinzip unregelmäßige Strukturen in unterschiedlicher Tiefe in nahezu alle Holzarten fräst. Im Ergebnis entsteht ein Naturprodukt mit der Anmutung eines sehr alten, natürlich gewachsenen Holzes. Ausgelegt ist die Maschine für Bretter und Balken bis zu 1,5 m Länge und Kantenmaßen bis 250 mm.

Bei der Entwicklung kam Stephanus Faulstich seine langjährige Erfahrung als Schreiner zugute. Seinen eigenen Betrieb hat er aber erst 2016 über die Altgesellenregel gegründet. In der kleinen Schreinerei in Ehrenberg Melperts (Landkreis Fulda) will er seine Ideen umsetzen. Die Steuerung nach dem Zufallsprinzip für den Messerblock hat übrigens sein Bruder Winfried beigetragen – ein gelernter Elektromeister.

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