Betriebsführung -

Stromkosten Mit Bafa-Förderung: Hohes Einsparpotenzial bei Druckluft

Neue Kompressoren und Komponenten verhelfen dem Unternehmen Weindler Metallbearbeitung in Roding zu mehr Energieeffizienz und Produktionssicherheit.

Durchschnittlich rund sieben Prozent des Stromverbrauchs benötigen Betriebe deutschlandweit für die Erzeugung von Druckluft. Da viele Anlagen veraltet sind, fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) deren Optimierung mit bis zu 40 Prozent. Die Firma Weindler Metallbearbeitung in Roding hat das Programm in Anspruch genommen und spart seither pro Jahr mehr als 6.000 Euro an Stromkosten.

Das Unternehmen fertigt mit gut 20 Mitarbeitern Präzisionsteile für die Medizintechnik, den Maschinenbau und für die Luft- und Raumfahrttechnik. "Mit der neuen Druckluft­station konnten wir nicht nur unsere Energiekosten erheblich reduzieren. Es gibt jetzt auch keine Produktionsausfälle mehr", freut sich Inhaber Gerhard Weindler. Anlass für die Überprüfung des alten Druckluftsystems bei Weindler war die Anschaffung einer neuen Laserschneidanlage. Bei einem Vor-Ort-Termin stießen der Druckluftfachhändler Thomas Janetschek aus dem benachbarten Cham und ein Vertreter des Kompressorenherstellers Renner aus Güglingen bei Heilbronn auf ein enormes Einsparpotenzial.

Verbrauchsmessung offenbart Verluste

Erste Leckageverluste zeigten sich an rissigen Gewebeschläuchen, die von der fest installierten Rohrleitung zu den Produktionsanlagen führten. Auch Geräusche an den abgenutzten Messingkupplungen deuteten auf entweichende Druckluft hin. Aufgrund des zu geringen Rohrleitungsquerschnittes wechselten die Kompressoren häufig vom Last- in den Leerlauf. Das ganze Ausmaß der Verluste offenbarte sich nach Auswertung einer Verbrauchsmessung über zwei Woche an der Kompressorstation:

  • Bei einem Energieeinsatz von 63.600 kWh pro Jahr benötigte der Kompressor 30.105 kWh nur für den Leerlauf. Bei einem Strompreis von 20 Cent/kWh ergibt sich ein Einsparpotenzial von 6.021 Euro
  • Der Druck war um 1,5 bar höher eingestellt als am Verbraucher benötigt
  • Knapp ein Drittel der erzeugten Druckluft ging als Leckageluft verloren

Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde ein neues Druckluftkonzept für die speziellen Anforderungen im Betrieb erstellt. Besonderes Augenmerk wurde dabei aber nicht nur auf die Einsparung von Energiekosten gelegt, sondern auch auf Energierückgewinnung, Betriebssicherheit und die Einhaltung der energetischen Vorgaben, um die staatliche Förderung zu erhalten. Daraus resultierten verschiedene Konzepte unter Berücksichtigung der Aufstellsituation und des zukünftigen Mehrverbrauchs durch die neue Laserschneidanlage.

Optimierte Energieersparnis

Am Ende des Prozesses wurde folgende Lösung erarbeitet: Es sollte in zwei gleichgroße ölgeschmierte und drehzahlgeregelte Kompressoren mit integrierter Wärmerückgewinnung für die Heizung investiert werden, zudem in eine übergeordnete Steuerung mit Überwachung der Betriebsparameter und in die entsprechende Druckluftaufbereitung. Damit konnte die nötige Betriebssicherheit bei geringen Energiekosten unter Berücksichtigung der Investitionskosten umgesetzt werden. Dennoch wäre eine Investition in energieeffizientere Kompressoren und deren Komponenten zu kurzsichtig gewesen.

Es mussten auch an der Peripherie einige Veränderungen vorgenommen werden, um die Energieersparnis der gesamten Druckluftanlage zu optimieren. So mussten die Rohrleitung der Kompressoren an den Volumenstrom angepasst werden, um den Druckverlust so gering wie möglich zu halten. Ein Austausch der Messingkupplungen und der Gewebeschläuche war notwendig, um Leckageverluste zu verhindern.

Nach Abschluss aller Maßnahmen konnten die Stromkosten für die Druckluft um 42 Prozent gesenkt werden. Dies entspricht mehr als 6.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen weitere Einsparungen für die Heizung, geringere Wartungskosten und die zu erwartende längere Lebensdauer der Kompressoren.

In Verbindung mit der staatlichen Förderung hat sich die Umstellung auf die neue Druckluftstation bei Weindler innerhalb von zweieinhalb Jahren amortisiert, bei zeitgleicher Erhöhung der Betriebssicherheit und der Druckluftqualität. ste

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten