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Wetter beeinflusst Stromproduktion Hitzewelle: Steigen dadurch die Strompreise?

Die Hitzewelle im Juli und August führte zu Rekordwerten bei der Stromproduktion der Solaranlagen. Kern- und Kohlekraftwerke mussten ihre Produktion senken. Welche Auswirkungen das Wetter auf die Stromproduktion hat.

Bei den aktuellen hochsommerlichen Temperaturen müssen Atom- und Kohlekraftwerke ihre Leistung zurückfahren. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass die Wassertemperatur durch das eingeleitete Kühlwasser zu stark steigt. Darüber informiert das Fraunhofer ISE. Solaranlagen laufen bei diesen Temperaturen hingegen auf Hochtouren. Die Anlagen stabilisieren dadurch an heißen Tagen das Stromnetz.

Rekordwerte beim Solarstrom

Im Juli produzierten die Anlagen 6,7 Terrawattstunden Strom. Das ist der bisherige Höchstwert für Solarstromproduktion. Mit diesem Wert lag die Stromerzeugung durch Photovoltaik bei einem Anteil von 15,1 Prozent und damit noch vor der Kernkraft, die 13,8 Prozent des Stroms lieferte.

Solaranlagen brauchen im Gegensatz zu Kern- und Kohlekraftwerken keine Kühlung und sind deswegen auch bei Hitze produktiv. Die Produktion hat an heißen Tagen ihren Höhepunkt, wenn auch der Verbrauch besonders hoch ist: In der Mittagszeit verbrauchen Klima- und Kühlanlagen viel Strom. Photovoltaikanlagen liefern dann mit 25 GW bis 30 GW besonders viel Strom. Mittags sind sie mit 30 Prozent bis 40 Prozent Anteil an der Stromerzeugung der größte Energieerzeuger.

Knappes Angebot lässt Großhandelspreise steigen

Das insgesamt eher geringe Angebot an Strom ließ laut dem Vergleichsportal Verivox die Preise an der Strombörse jedoch steigen. Nicht nur Kern- und Kohlekraftwerke lieferten weniger Strom, auch bei der Windenergie war die Ausbeute klein. Die kurzfristigen Großhandelspreise sind zeitweise auf 60 Euro pro Megawattstunde gestiegen. Die durchschnittlichen Preise an der Strombörse sind dieses Jahr etwa 30 Prozent höher als noch vor zwei Jahren.

Für den Endverbraucher macht der Großhandelspreis jedoch weniger als ein Fünftel des Preises aus. Der Rest ergibt sich aus Netzgebühren, Steuern und Abgaben. Dabei fällt die vor allem die EEG-Umlage mit einem Viertel des Strompreises ins Gewicht. Mit der Umlage wird die Differenz zwischen den Einspeisevergütungen für Ökostromproduzenten und den Erlösen aus dem Verkauf des grünen Stroms an der Strombörse ausgeglichen.

Laut Verivox lassen aktuelle Prognosen keinen Anstieg der Umlage im kommenden Jahr vermuten. „Doch einige Energieversorger könnten angesichts der gestiegenen Einkaufspreise unter Druck geraten“, sagt Köster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox. Er rät zu einem Stromtarif mit möglichst langen Preisgarantien. jk

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