Meinung -

Schattenwirtschaft belastet das Handwerk Hier sprechen DHZ-Leser zum Thema Schwarzarbeit

Alle vier Jahre legt die Bundesregierung über ihren Kampf gegen die Schwarzarbeit Rechenschaft ab. Die Zahl der Verfahren steigt und damit die Höhe des Schadens für die Gesamtwirtschaft – das sagen DHZ-Leser zum Thema.

Schwarzarbeit belastet die Betriebe, schrieb die Deutsche Handwerks Zeitung (DHZ). Das bestätigt inzwischen auch der dreizehnte Bericht über die Auswirkungen des Gesetzes zur Bekämpfung der illegalen Beschäftigung der Bundesregierung (siehe Grafik). Zum Thema Schwarzarbeit ist zeitgleich in den sozialen Medien eine Diskussion entbrannt. Hier dazu Meinungen von DHZ-Lesern.

Vernünftige Bezahlung

Die Leute vernünftig bezahlen, dann muss niemand nebenbei etwas tun! Das macht nämlich keiner, weil es so doll Spaß macht. Oder die Leute nicht wissen, was sie mit ihrer Freizeit machen sollen!

Andreas Steffen

Höhere Anerkennung eines Meisterabschlusses

Ich bin Malermeister und musste heute erst die Diskussion führen, dass mein Abschluss im Gegensatz zu einem Studium nichts wert sei. Das Traurige ist, dass ich dem beipflichten muss, da ich finanziell nicht mehr zurechtkomme.

Benny Butzmann, Malermeister

Schwarzarbeit wird es immer geben

Schwarzarbeit wird es immer und immer wieder geben. In der Zone gab es sogar die Feierabend-Brigaden.

Mario Kolbe

Europäische Billiglöhner

Den Ruf machen sich die Handwerksbetriebe zurzeit selbst kaputt. Bulgarische und rumänische Mitarbeiter ohne Sprachkenntnisse und mit null Verständnis für deutsche Sorgfalt. Mal ganz ehrlich, der deutsche Schreiner, der am Wochenende nebenbei eine Küche zimmert, ist mir lieber als fünf europäische Billiglöhner, die ausgebeutet werden.

Michaela M.

Weniger Steuern auf ­handwerkliche Arbeit

Zuerst einmal: Auf das Angebot, Aufträge "schwarz“ auszuführen, nicht eingehen. Ich bin mir bewusst, dass dies ganz schwer geht, wenn der Konkurrenzdruck hoch ist. Zum Zweiten gehört eine handwerkliche Dienstleistung nicht so hoch besteuert. Meiner Meinung nach sollte es einen "Handwerkersteuersatz" geben, der klar durch das Handwerk definiert ist. Hierdurch wird die Frage nach der Identität des Handwerks in Abgrenzung zur semiindustriellen Fertigung und gegenüber dem "Smartwerker" beantwortbar. Handwerker, die traditionell arbeiten und Maschinen, Digitalisierung und Robotik höchstens als arbeitserleichternde Assistenzsysteme zulassen, aber zum Großteil den handwerklich arbeitenden Gesellen/Meister das Produkt fertigen lassen, dürfen ihre Arbeit steuerlich günstiger verkaufen. Dies sichert dem Handwerk in dieser Zeit der technisch-digitalen Rasanz seine Position, stärkt den Binnenmarkt und die regionale Nahversorgung und erhält handwerkliches Können und Kernkompetenzen. Handwerk muss weiterhin das Werk der Hand bleiben. Dies bedeutet aber, ein neues/altes Verständnis für Arbeit zu gewinnen und Produkte wertzuschätzen. Mehr Kontrollen bringen gar nichts und Sanktionen treffen immer "die armen Schweine" ganz unten in der Nahrungskette.

Timothy C. Vincent, Steinbildhauer und Vorsitzender des Vereins ­Handwerk mit ­Verantwortung e.V.

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