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Sanitär Heizung Klima verweist auf Einsparpotenziale Heizungsbranche will Wärmemarkt stärken

Spitzenverbände fordern, die Wärmewende mit Nachdruck voranzutreiben. Klimaziele seien ohne diese Energieeinsparpotenziale nicht zu erreichen.

Die drei Spitzenverbände der Heizungsbranche haben Ende Januar bei der Deutschen Wärmekonferenz gefordert, die Wärmewende in der kommenden Legislaturperiode mit Nachdruck voranzutreiben.

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) und der Deutsche Großhandelsverband Haustechnik (DG Haustechnik) betonten gegenüber der künftigen Bundesregierung noch einmal, dass der Wärmemarkt einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende leisten könne. Dieser biete enorme Energiespar- und CO2-Minderungspotenziale.

Die Verbände setzen dabei vor allem auf energetische Modernisierung von Gebäuden im Bestand. Die seit Jahren diskutierte Förderung müsse nun endlich umgesetzt werden. "Meint man es Ernst mit der Energiewende, muss die künftige Bundesregierung den größten Energieverbrauchssektor, den Gebäudebereich, stärker adressieren", sagt BDH-Präsident Manfred Greis. Dies gelinge nicht über Zwänge, sondern erfordere Anreize.

Heizung: ein Drittel des Energieverbrauchs, ein Viertel der CO2-Emissionen

In ihrem Forderungspapier machten die Verbände noch einmal deutlich, welche Sparpotenziale der ­Wärmemarkt in Deutschland bietet. Demnach versorgen fast 21 Millionen Heizungsanlagen die Bevölkerung mit Wärme. Auf die Heizung entfielen ein Drittel des Energieverbrauchs und ein Viertel der CO2-Emissionen. Die Branche setzt vor allem auf die Modernisierung. Denn nur knapp sechs Millionen Heizungsanlagen entsprächen dem Stand der Technik. Die künftige Koalition solle deshalb eine Auflösung des Sanierungsstaus ermöglichen.

Die Verbände sprechen sich außerdem für eine Vereinfachung der Fördermaßnahmen aus. Die Förderprogramme der KfW-Förderbank sollten mit denen des Marktanreizprogramms wie geplant zusammengelegt werden. Kritik übten die Verbände allerdings an dem für 2019 geplanten Förderstopp für die Brennwerttechnik. Am Markt seien 13 Millionen Bestandsanlagen mit völlig veralteten Heizwert-Wärmeerzeugern.

Die Bedeutung der Wärmepumpe werde zwar auch in Bestandsgebäuden stark zunehmen, doch die Brennwerttechnik erlaube mit ihrem höheren Marktanteil eine schnellere Sanierungsrate. Ein Förderstopp „zementiere den Modernisierungsstau“ und halte viele potenzielle Investoren von einer Modernisierung ab. fm

Die Forderungen im Einzelnen

1. Technologieneutrale Förderung
  • Steuerliche Anreize, KfW-Förderung und Marktanreizprogramm (MAP).
  • Abschreibung der energetischen Gebäudesanierung mit Absetzbarkeit von 30 Prozent der Investitionssumme über drei Jahre, einer Laufzeit von zehn Jahren, ab dem 3. Jahr degressiv, einfacher Nachweis über Vorlage von Handwerkerrechnungen,
  • mehr erneuerbare Energien durch Ausbau und Vereinfachung des MAP.
2. Technologieoffene Förderstrategie
Sanierung auf ganzer Breite ohne Ausschluss bestimmter Techniken, wie etwa der Brennwerttechnik.

3. Verzicht auf ordnungsrechtliche Ge- und Verbote im Gebäudebestand
Statt Modernisierungszwänge und Nutzungspflichten von erneuerbaren Energien im Gebäudebestand wollen die Verbände eine verstetigte und attraktive Politik der Anreize und ein Ordnungsrecht nur im Neubau.

4. Langfrist-Szenario auf Basis eines ausgewogenen Technologiemixes
Fairer Wettbewerb um die besten ­Lösungen.

5. Sicherung des freien Wettbewerbs im Wärmemarkt
Keine Subventionierung von Fernwärme sowie keine Anschluss- und Benutzungszwänge für Verbraucher.

6. International harmonisierte ­Klimaschutz- und Energiepolitik
CO2-Bepreisung solle soziale Folgen der Verteuerung für Einkommenschwächere berücksichtigen und international harmonisiert sein.

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