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Corona-Pandemie Harter Lockdown: Friseurverband sieht Existenzen bedroht

Am 13. Dezember 2020 haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten einen harten Lockdown beschlossen – neben vielen Geschäften müssen auch Dienstleister wie Friseure schließen. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks warnt nun vor bedrohten Existenzen und fordert schnelle und effektive Wirtschaftshilfen.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Ab dem 16. Dezember 2020 müssen Friseursalons in Deutschland erneut schließen – das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten am 13. Dezember beschlossen. Angesichs des bevorstehenden harten Lockdowns fordert der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) für die 80.000 Salons in Deutschland jetzt Hilfsprogramme, die bei den Friseuren ankommen. "Es geht um die Existenz vieler Unternehmen. Mit diesem nun zweiten Lockdown rechnen wir auf das Jahr bezogen mit Umsatzverlusten von bis zu 30 Prozent", sagt ZV-Hauptgeschäftsführer Jörg Müller. "Das können viele Betriebe einfach nicht mehr schultern."

Verband fordert schnelle und effektive Wirtschafshilfen

Laut Friseurverband sei es unter anderem notwendig, die beschlossene Überbrückungshilfe III der Bundesregierung nicht nur auf den Dezember 2020 vorzuziehen, sondern vor allem an die Erfordernisse des Friseurhandwerks anzupassen. "Der ZV fordert deshalb bei den Überbrückungshilfen III eine Bewertung auf Wochenbasis. Nur so wird die tatsächliche Umsatzsituation in den Salons erfasst", sagt Müller. Darüber hinaus müsse es eine direkte Bezuschussung der Friseure geben, um zum Beispiel die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen nicht weiter zu gefährden. Und auch über eine Neubewertung der Mehrwertsteuer auf Friseurdienstleistungen müsse jetzt nachgedacht werden. "Der erneute Lockdown mitten im Weihnachtsgeschäft, der umsatzstärksten Zeit des Jahres, trifft unser Handwerk hart. Deshalb müssen staatliche Hilfen jetzt schnell und effektiv geleistet werden."

Ansturm auf Friseursalons vor dem Lockdown

Im Frühjahr mussten die Friseure schon einmal für sechs Wochen schließen und durften anschließend unter Auflagen wie Mindestabstand zwischen den Frisierplätzen wieder öffnen. Die Friseure wollen auch weiterhin alles tun, um Infektionen zu verhindern und seien von der Politik für ihre Hygienekonzepte gelobt worden, sagt Müller. "Es ist aber so, dass wir aufgrund dieser Maßnahmen weniger Kunden bedienen können."

Aufgrund des anstehenden Lockdowns verzeichnen Friseursalons nach Verbandsangaben noch einmal einen "riesigen Kundenansturm". Viele verlängerten an den letzten beiden Tagen ihre Öffnungszeiten, um möglichst viele Kunden zu bedienen, sagt ZV-Hauptgeschäftsführer Müller. "Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders, aber die Friseure sind absolut verzweifelt."

Die Salons hoffen, dass sie ab Mitte Januar wieder Kunden bedienen können. Dann könnten sie auch verunglückte Selbstversuche auf den Köpfen korrigieren, so Müller. "Das ist ein Thema, das wir mit Leichtigkeit erledigen. Erst einmal geht es aber darum, Existenzen zu sichern." ew/mit Inhalten von dpa

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