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Handwerkerfahrzeuge nachrüsten Hardware-Nachrüstung: Bund beteiligt sich mit bis zu 4.800 Euro

Abgasfilter für Diesel-Transporter sollen die Stickoxid-Belastung um bis zu 85 Prozent reduzieren und Fahrverbote für Handwerker verhindern. Der Bund fördert die Hardware-Nachrüstung – und hat nun den maximal möglichen Zuschuss wieder angehoben.

Im Dezember 2018 versprach Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) den Haltern von Diesel-Transportern bis zu 5.000 Euro, wenn sie ihre gewerblich genutzten Fahrzeuge mit einem zugelassenen Abgasfilter nachrüsten lassen. Es dauerte jedoch bis in den August, ehe die ersten Nachrüstsysteme für Handwerkerfahrzeuge genehmigt wurden. Entsprechend wenige Anträge waren bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen bis dahin eingegangen. Für viel Kritik sorgte, dass das Bundesverkehrsministerium (BMVI) den Föderbetrag Ende Mai bereits wieder gesenkt hatte – auf maximal 4.000 Euro pro Fahrzeug.

Förderung für Hardware-Nachrüstung steigt

Dies hat das Ministerium jetzt teilweise korrigiert. Betriebe können ab sofort für leichte Nutzfahrzeuge eine Förderung von bis zu 3.600 statt bislang 3.000 Euro, und bei schweren Nutzfahrzeugen maximal 4.800 statt bislang 4.000 Euro beantragen. Vorausgesetzt ist neben der gewerblichen Nutzung eine zulässige Gesamtmasse zwischen 2,8 und 7,5 Tonnen sowie ein Firmensitz in einer von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Städte. Zudem sind auch Betriebe förderberechtigt, die 25 Prozent oder mehr ihres Umsatzes in einer dieser Stickstoffdioxid-belasteten Städte machen.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) begrüßt, dass die Maximalförderung für die Nachrüstung von Handwerker- und Lieferfahrzeugen erhöht wurde und die Änderung ab sofort in Kraft tritt. "Damit wird endlich ein Mangel der ursprünglichen Förderrichtlinie korrigiert, auf den das Handwerk schon lange hingewiesen hat", freut sich ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Durch die Erhöhung könnten Betriebe jetzt die Höchstförderung von 80 Prozent – die 2018 auf dem Dieselgipfel zugesagt worden war – zumindest näherungsweise erreichen.

Bis zu 85 Prozent weniger Stickoxid-Belastung

Nach Schätzungen des BMVI liegen die Kosten für ein Filtersystem bei leichten Handwerker- und Lieferfahrzeugen zwischen 4.000 bis 8.000 Euro, bei schweren zwischen 6.000 bis 12.000 Euro. Ein Abgasfilter kann die Stickoxidbelastung eines Kleinlasters um bis zu 85 Prozent reduzieren. Für Handwerksbetriebe stellt die Hardware-Nachrüstung eine Absicherung dar, auch weiterhin unabhängig von Ausnahmegenehmigungen in Städte mit hoher Stickoxidbelastung fahren zu dürfen.

ZDH fordert weitere Nachbesserungen

Der ZDH hofft, dass nun endlich Dynamik in den Nachrüstmarkt kommt, da mittlerweile auch eine Reihe von Zulassungen für Nachrüstsysteme für handwerksrelevante Fahrzeuge vorliegen und damit zu rechnen ist, dass diese bald in den Werkstätten sind. Bei leichten Fahrzeugen unter 2,8 Tonnen und schweren Fahrzeugen über 7,5 Tonnen besteht jedoch weiterhin Nachholbedarf. Wollseifer appelliert daher an die Städte und Länder dies bei ihren weiteren Luftreinhalteplanungen zu berücksichtigen und im Falle von Fahrverboten die notwendigen Ausnahmen für handwerkliche Verkehre vorzusehen.

Auch beim Antragsverfahren fordert der ZDH Nachbesserungen. "Um die Handwerksbetriebe besser durch die weiter aufwändigen Anträge zu lotsen, sollten die Bundesländer zusätzliche Beratungsagenturen beauftragen", so Wollseifer.

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