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Ludwig-Fröhler-Institut Der Mann fürs Controlling

Professor Hans-Ulrich Küpper ist jetzt als Chef des Ludwig-Fröhler-Instituts (LFI) in München verabschiedet worden. Küpper hatte seit 1993 die Leitung des auf Wirtschaft und Recht spezialisierten Instituts, das zum Deutschen Handwerksinstitut gehört, inne. Bekannt wurde der Betriebswirtschaftler mit neuen Controlling-Konzepten.

Hans-Ulrich Küpper betonte bei seiner Verabschiedung, das Handwerk müsse wieder verstärkt in den Fokus von Forschung und Lehre treten, gemäß seiner Bedeutung für die deutsche Wirtschaft. Wissenschaft sei andererseits aber auch wichtig für das Handwerk. Das LFI habe den Handwerksbetrieben Managementinstrumente an die Hand gegeben in Form von Handbüchern, Leitfäden und Checklisten.

Der Münchner Professor und Leiter des Instituts Gunther Friedl machte deutlich, dass die Forschung über das Handwerk trotz seiner enormen volkswirtschaftlichen Bedeutung sehr gering seien. Das LFI fülle diese Lücke. Zentrale Themen des Instituts für die Zukunft seien Fachkräftesicherung, handwerksgerechte Regulierungen und die Stärkung des betriebswirtschaftlichen Wissens.

Küpper entwickelte eigenes Controlling-Konzept

Küpper hat sich vor allem bei der Erforschung verschiedener Controlling-Ansätze und der Entwicklung eines eigenen Controlling-Konzepts einen Namen gemacht. Die "Koordinationsorientierte Controlling-Konzeption" wurde maßgeblich von ihm entwickelt. Ein weiteres Themenfeld seiner Forschung ist die Unternehmensethik. Küpper ist Herausgeber verschiedener Handbücher unter anderem zur Untenehmensethik und zur Betriebswirtschaftslehre sowie der Zeitschrift für Betriebswirtschaft.

Nach einer Lehre als Industriekaufmann und einem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde Hans-Ulrich Küpper 1970 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Industriebetriebslehre und Unternehmensforschung an der Universität Tübingen. 1974 schloss er seine Promotion mit einer Dissertation zur betriebswirtschaftlichen Analyse der betrieblichen Mitbestimmung ab. 1977 folgte die Habilitation zum Thema "Interdependenzen zwischen Produktionstheorie und der Organisation des Produktionsprozesses". Direkt im Anschluss wurde Hans-Ulrich Küpper an die Technische Universität Stuttgart berufen; noch im gleichen Jahr nahm er einen Ruf auf ein Ordinariat für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Gesamthochschule Essen an.

In der Folge nahm er drei weitere Rufe an: 1982 an die Technische Hochschule Darmstadt, 1986 an die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main und 1990 schließlich auf den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Weitere Posten erhielt er von den Universitäten in St. Gallen und Tübingen. In München forscht und lehrt er bis heute. rub/fm

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