Branche -

Positionspapier Handwerksverband fordert Corona-Bonus

Zur Wiederbelebung der Wirtschaft fordert der Zentralverband höhere steuerliche Anreize für Handwerker-Leistungen und weitere Maßnahmen. Die Punkte im Überblick.

Für ein kraftvolles Hochfahren der Wirtschaft hat sich das Handwerk für einen zeitlich begrenzten steuerlichen „Corona-Bonus“ ausgesprochen. „Dieser Bonus mit einem Höchstbetrag von 12.000 Euro sollte nicht auf haushaltsnahe Leistungen abstellen“, heißt es in einem Positionspapier des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Vielmehr sollte er auch auf andere Bereiche wie etwa Dienstleistungen im Kfz-Bereich angewandt werden können und so deutlich mehr handwerkliche Dienstleistungen steuerlich berücksichtigen. Der Vorschlag ist Teil eines umfassenden Maßnahmenkataloges, den der Zentralverband in die aktuelle Diskussion zum Neustart der Wirtschaft eingebracht hat.

Das Beachten der Hygienevorschriften sollte für das Öffnen genügen

Wie der Handwerksverband in seinem Positionspapier weiter deutlich macht, muss das Hochfahren der Wirtschaft verstärkt, unterstützt und beschleunigt werden. Natürlich müssten die Hygienevorschriften vorrangig beachtetet werden. Wer als Unternehmen die spezifischen Hygiene- und Abstandregelungen realisiere, müsse ungeachtet der Größe und der Branche grundsätzlich wieder die Möglichkeit haben, rasch die Geschäftstätigkeit wieder aufzunehmen.

Bisher dürfen nur Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder öffnen. Und dies auch nicht überall. Auch deshalb fordert das Handwerk, dass das „Wiederhochfahren wirtschaftlicher und sozialer Aktivitäten „bundesweit und damit länderübergreifend möglichst einheitlich“ geregelt wird. Wichtig sei dabei auch eine funktionsfähige öffentliche Verwaltung.

Merkel will wohl erst im Mai über weitere Lockerungen entscheiden

Schon am nächsten Donnerstag wollen Bund und Länder beraten, wie es in der Corona-Krise weiter gehen soll, nachdem sie Mitte April erste Schritte zur Wiederbelebung der Wirtschaft beschlossen hatten. Unterdessen dämpfte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) allerdings die Erwartungen an das Treffen und machte deutlich, dass voraussichtlich erst am 6. Mai über weitere Lockerungen entschieden werde.

ZDH fordert verbesserte Abschreibungsbedingungen für Betriebe

Damit die Wirtschaft wieder in Schwung kommt, braucht es nach Ansicht des Handwerksverbandes auch weitere Wachstumsimpulse. Dazu zählt nicht nur der Corona-Bonus, bei dem Handwerkskunden befristet 20 Prozent der Arbeitskosten und bis zu maximal 12.000 Euro von ihren Handwerksrechnungen von ihrer Steuerschuld absetzen können. Auch Handwerkern selbst sollte das Investieren leichter gemacht werden. Nötig sei deshalb eine deutliche Verbesserung der Abschreibungsbedingungen. Dazu zähle etwa die Wiedereinführung der degressiven AfA für bewegliche Wirtschaftsgüter. Gleichzeitig sollte die Abschreibung auf digitale Wirtschaftsgüter verbessert werden. Um die Unternehmen in der Krise zu stärken, unterstreicht der Handwerksverband seine Forderung nach der kurzfristigen und vollständigen Abschaffung des Soli.

Hilfspakete nachbessern: Passgenaue Zuschüsse besser als Kredite

Um die Handwerksunternehmen weiter zu stärken und Pleitewellen zu vermeiden, fordert der ZDH Nachbesserungen bei den bisherigen Hilfspaketen. Soforthilfen gelte es bundesweit anzupassen, die Möglichkeit eines Schnellkredites mit vollständiger Haftungsfreistellung der Hausbanken sollten durch Bürgschaftsbanken auch für Betriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern auf den Weg gebracht werden, nachdem dies für Betriebe mit mehr als zehn Mitarbeitern über den KfW-Schnellkredit möglich ist. Insbesondere für Betriebe, die weiterhin unter dem Kontaktverbot leiden wie etwa Teile des Lebensmittelhandwerks durch die geschlossenen Cafés seien gezielte Zuschüsse ein passfähigerer Ansatzpunkt als weitere Kredite. Dies gelte auch für Friseure, Kosmetiker, Maßschneider und Uhrmacher.

Mehr Unterstützung von Ausbildungsbetrieben gefordert

Darüber hinaus müsse alles getan werden, um die öffentliche Auftragsvergabe zu beschleunigen. Dazu müssten geplante Investitionen vorgezogen und Vergabeverfahren beschleunigt werden. Es müsse außerdem sichergestellt werden, dass das Volumen öffentlicher Aufträge auch mittelfristig hoch bleibe. Außerdem dürften Betriebe nicht durch weitere Bürokratie belastetet werden.

Mit Blick auf die Fachkräftesicherung fordert das Handwerk besondere Unterstützung für Ausbildungsbetriebe. Sie sollten über drei Monate 75 Prozent der Ausbildungsvergütung ersetzt bekommen. Darüber hinaus sollte Kurzarbeitergeld für Auszubildende ab dem ersten Tag ermöglicht werden und handwerkliche Bildungsstätten finanziell unterstützt werden.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten