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Digitalisierungsindex Deutsche Telekom Handwerksbetriebe denken digitaler

Immer mehr Handwerker verstehen die Digitalisierung nicht mehr als Einzelprojekt, sondern als festen Bestandteil ihrer Geschäftsstrategie. Die Branche steht laut einer neuen Studie im Mittelstands-Vergleich gut da.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Digitalisierung

Die Handwerksbranche liegt bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsstrategie im oberen Drittel des Mittelstandes und vor Branchen wie Handel und Gastgewerbe. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Digitalisierungsindex Mittelstand der Deutschen Telekom.

Dabei zeichnet sich ein klarer Trend ab: 40 Prozent der Handwerksunternehmen betrachten die Digitalisierung inzwischen als ganzheitliche Herausforderung, die zu einem festen Bestandteil der Geschäftsstrategie wird. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Derweil sinkt die Zahl der Betriebe, die die Digitalisierung auf ein bestimmtes Projekt beschränkt sehen, um vier Prozent auf nun 41 Prozent. Lediglich sieben Prozent der Unternehmen der Branche haben sich noch gar nicht mit der Digitalisierung befasst.

Mehr digitale Produkten, Dienstleistungen und Arbeitsprozesse

Das Handwerk konnte seine Werte gegenüber der Studie des Vorjahres in allen abgefragten Aspekten der Digitalisierung verbessern – seien es digitale Produkte und Dienstleistungen, Kundenbeziehungen, Produktionsabläufe oder IT-Sicherheit und Datenschutz.

Digitale Lösungen kommen zum Beispiel bei der mobilen Bereitstellung der Baudokumentation auf der Baustelle zum Einsatz. 28 Prozent der befragten Firmen nutzen solche Angebote bereits, 41 Prozent der Betriebe der Bauhandwerke planen dies für die Zukunft. Die mobile Zeiterfassung nutzt laut Telekom-Studie gut jeder fünfte Betrieb (22 Prozent) und weitere 34 Prozent möchten bald nachziehen. Auch der digitale Ersatzteilekatalog wird immer beliebter – etwa in der Kfz-Branche. Zwei von fünf Unternehmen haben bereits über eine Onlineverwaltung den Überblick, ob das erforderliche Teil im Lager ist.

Digitalisierung mehr Chance als Risiko

Auch die Technische Universität München hat gemeinsam mit der Handwerkskammer für München und Oberbayern in einer bundesweiten Studie die Digitalisierung im Handwerk untersucht. Demnach sieht deutlich mehr als die Hälfte der Unternehmen die Digitalisierung als wirtschaftliche Chance an (57 Prozent). Unter den größeren Handwerksbetrieben liegt der Prozentsatz noch höher.

Für 23 Prozent der befragten Unternehmen überwiegen dagegen eher die mit der Digitalisierung verbundenen Risiken – etwa beim Datenschutz. Jeder fünfte Betrieb sieht Chancen und Risiken im Gleichgewicht. 39 Prozent der Unternehmer begründen die Notwendigkeit zur Digitalisierung auch mit dem steigenden Wettbewerb auf dem Markt. Genauso viele der Befragten nehmen hingegen keinen Druck zur Digitalisierung wahr.

Ihre digitale Kompetenz schätzen 40 Prozent der Handwerksunternehmer bereits als hoch oder sehr hoch ein. 33 Prozent sehen hingegen im eigenen Betrieb noch Nachholbedarf.

Die Studie zeigt auch, dass trotz zunehmender Digitalisierung der ­direkte Kundenkontakt im Handwerk immer noch unverzichtbar ist. 94 Prozent der Betriebe greifen weiterhin zum Telefon, um Aufträge vorzubereiten. Auch die Bestellung bei Lieferanten und die Kommunikation mit Mitarbeitern im Außendienst finden überwiegend telefonisch statt.

Papier ist in den Betrieben trotz digitaler Helfer weiter unverzichtbar. Aufträge oder Dokumentationen zum Materialverbrauch werden von den Mitarbeitern der Handwerksbetriebe noch häufig auf Ausdrucken und Zetteln festgehalten.

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