Stuttgart -

Passgenaue Integration Handwerker setzen sich für Chancengleichheit ein

Rechte und rechtsnationalistische Einstellungen haben in den Unternehmen der Region Stuttgart keinen Platz – das betonten die Kammerspitzen von Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Stuttgart.

Die Betriebe in der Kammerregion leben Werte wie Toleranz und Vielfalt und setzen sich für Chancengleichheit ein.

„Es gehört Mut dazu, dass Menschen, die eine Familie gegründet haben oder Angehörige pflegen, auch noch eine Lehre machen.“ Thomas Hoefling, Hauptgeschäfts­führer der Handwerkskammer Region Stuttgart

„An den Werkbänken, in den Büros und auf den Baustellen der Region arbeiten seit jeher Menschen mit unterschiedlichen Nationalitäten und Voraussetzungen zusammen“, betonte Handwerkskammerpräsident Rainer Reichhold. Dies lasse sich auch mit Zahlen belegen: Von den über 4.000 neu gestarteten Auszubildenden im Handwerk seien fast zehn Prozent Menschen mit Flüchtlingshintergrund.

Dass die Integration ins Handwerk auch trotz schwieriger Voraussetzungen gelingen kann, bewies auch Kamilla Mannke. Die 30-Jährige ist alleinerziehende Mutter eines bald vierjährigen Sohnes. Als eine von knapp 100 Lehrlingen in der Region Stuttgart, absolviert sie derzeit eine Ausbildung in Teilzeit. „Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen, ist gar nicht immer so leicht, aber mein Chef hat zum Glück Verständnis dafür, dass ich manchmal später kommen oder früher gehen muss“, teilte Mannke ihre Erfahrungen.

„Wir möchten jedem, der im Handwerk arbeiten möchte oder bereits erfolgreich praktisch gearbeitet hat, die Möglichkeit ­geben, die eigenen ­Fähigkeiten anerkennen zu lassen.“ Rainer Reichhold, Präsident der Handwerkskammer ­Region Stuttgart

„Eine erfolgreiche Ausbildung ist für junge Menschen ein wichtiger Meilenstein in ihrer beruflichen Laufbahn“, betonte Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Umso wichtiger seien daher auch die vielfältigen Angebote der Kammer, Menschen in das Handwerk zu integrieren. „Ob Projekte zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen, Angebote für Geflüchtete oder Unterstützung bei der Ausbildung von Menschen mit Handicap – das Handwerk bietet eine Vielfalt an Angeboten zur passgenauen Integration in den Arbeitsmarkt.“

„Die Teilzeitausbildung gibt mir die Chance, auch mit einem kleinen Kind im ­Berufsleben Fuß zu fassen.“ Kamilla Mannke, Zahntechniker-Auszubildende beim Dirk Schindler Dental Labor in Stuttgart

Besonders erfreut zeigten sich Reichhold und Hoefling, dass das Projekt ValiKom Transfer, das dazu beiträgt, Menschen ohne Berufsabschluss, aber mit Berufserfahrung in den Arbeitsmarkt zu integrieren, bei der Handwerkskammer in den Startlöchern steht. „Beides, ValiKom und die Anerkennungsberatung, führen dazu, dass Bewerber aus dem Ausland angemessene Chancen gegenüber Bewerbern mit in Deutschland erworbenen Berufsqualifikationen haben“, erklärt Reichhold.

Den Rückblick zur Pressekonferenz von Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer ­sowie ein Video zur Teilzeitausbildung gibt es online unter hwk-stuttgart.de/pk2018

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten