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Konjunkturumfrage im Handwerk Handwerk will trotz schlechterer Geschäftslage mehr investieren

Trotz schlechterer konjunktureller Lage waren die Investitionspläne der Handwerker schon lange nicht mehr so hoch. Wie eine Umfrage von Creditreform unter 3.000 Handwerksbetrieben im Februar ergab, wollen 53,8 Prozent aller Unternehmen im kommenden halben Jahr investieren. Von Karin Birk, Berlin

Das sind "so viele, wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren", heißt es bei Creditreform. Im Februar 2007 waren es 53,2 Prozent gewesen. Erfreulich sei auch, dass die Erweiterungsinvestitionen um sieben Prozentpunkte auf 48,9 Prozent zulegten. Und dies, obwohl nur noch knapp 41 (Vorjahr: 43,5) Prozent der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage mit "sehr gut" oder "gut" bezeichneten und die Zahl der Betriebe, die von einer "mangelhaften" oder "ungenügenden" Geschäftslage sprachen, von 5,5 Prozent auf 8,8 Prozent gestiegen sei. "Ich muss eines klarstellen: Wir haben in Deutschland momentan eine relative gute und relativ starke Konjunktur. Keiner muss Angst haben", sagte Helmut Rödl, Mitglied im Creditreform-Geamtvorstand, der Deutschen Handwerks Zeitung .

Einbruch im Bauhandwerk

Auch bei den aktuellen Umsätzen sieht es nicht mehr so rosig aus. Während vor Jahresfrist noch 35,3 Prozent der Unternehmen höhere Umsätze verbuchten, waren es dieses Jahr nur 30,0 Prozent. Den deutlichsten Einbruch gab es aufgrund der Flaute im Wohnungsneubau im Bauhandwerk. Nicht besser sieht es bei den erwarteten Umsätzen aus. Die Zahl der Bauhandwerker, die bessere Umsätze erwarten geht auf 19,8 (Vorjahreszeitraum: 32,3) zurück. Dagegen nimmt die Zahl derer, die sinkende Umsätze erwarten, auf 22,6 (15,6) Prozent zu.

Besonders eingebrochen sind die Umsatzerwartungen beim Elektrohandwerk. Während im Februar 2007 noch 45,1 Prozent der befragten Betriebe steigende Umsätze erwarteten, waren es im Februar 2008 nur 29,7 Prozent. Ingesamt geht nur noch etwa jeder vierte befragte Handwerksbetrieb davon aus, mehr Umsatz zu erwirtschaften. Im Vorjahr war es fast jeder dritte Betrieb.

Die Ertragserwartungen gehen ebenfalls etwas zurück. Gingen 2007 noch 24,5 Prozent von steigenden Umsätzen aus, sind es dieses Jahr 23,0 Prozent. 22,6 (18,3) Prozent rechnen sogar mit sinkenden Erträgen. Dabei entwickeln sich die Ertragsaussichten in West- und Ostdeutschland allerdings unterschiedlich. "Die westdeutschen Handwerksbetriebe schauen optimistischer als noch vor einem Jahr in die Zukunft, die ostdeutschen pessimistischer", heißt es bei Creditreform. Während in den alten Bundesländern der Saldo der künftigen Ertragslage von minus 1,9 auf 1,0 Prozent stieg, fiel er im Osten von plus 1,6 auf minus 1,1 Prozent. Entsprechend wenig Betriebe – genau genommen 15,1 (16,7) Prozent – werden im kommenden Halbjahr ihren Personalbestand aufstocken. Zehn Prozent der Unternehmen planen dagegen einen Personalabbau. Im vergangenen Frühling waren es dagegen nur neun Prozent.

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