Branche -

Landtagswahlen Wollseifer sieht hohe AfD-Gewinne mit Sorge

Regierungsparteien in Sachsen und Brandenburg verbuchen Verluste, bleiben aber stärkste Kraft. Die rechtspopulistische AfD holt kräftig auf.

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer zeigte sich angesichts der Wahlerfolge der AfD beunruhigt. Der „hohe Stimmenanteil für Protest und Populismus“ sei Anlass zur Sorge, sagte Wollseifer. „Das Wahlergebnis ist ein klarer Gestaltungsauftrag an die beiden Ministerpräsidenten ihren vor allem persönlichen Wahlerfolg mit Leben zu füllen“, meinte er mit Blick auf die Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg.

Ministerpräsidenten können sich knapp behaupten

Wie Wolleifer sagte, müssten die künftigen Landesregierungen die Wirtschaft stärken und die Lebensbedingungen der Menschen gerade auch in den strukturschwachen ländlichen Räumen weiter verbessern. Nur so könne es gelingen, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen und die Menschen davon zu überzeugen, dass Nationalismus und Ausgrenzung nicht die Antworten in einer globalisierten Welt sein könnten.

Deutliche Verluste auch bei der Linken

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis hat die CDU in Sachsen 32,1 (2014: 39,4) Prozent der Stimmen eingefahren. Die AfD erreichte 27,5 (9,7)Prozent. Die Linke kam auf 10,4 (18,9) Prozent. Die Grünen erreichten 8,6 (5,7) und die SPD 7,7 (12,4) Prozent. Die FDP und die Freien Wähler schafften den Einzug in den Landtag nicht.

Grüne legen auch in Brandenburg zu

In Brandenburg verlor die SPD rund sechs Prozentpunkte auf 26,2 (31,9) Prozent. Sie konnte sich aber als stärkste Kraft gegenüber der AfD behaupten. Diese verdoppelte ihren Stimmenanteil auf 23,5 (12,2) Prozent. Die CDU schaffte 15,6 (23) Prozent, gefolgt von den Grünen mit 10,8 (6,2) und der Linken mit 10,7 (18,6) Prozent sowie den Freien Wählern mit 5,0 Prozent.

Sachsen und Brandenburg auf neue Bündnisse angewiesen

Das bisherige schwarz-rote Regierungsbündnis in Sachsen sowie das rot-rote Regierungsbündnis in Brandenburg werden deshalb so nicht fortgeführt werden können. „Die Regierungsbildung wird sicher nicht einfach, aber wir erwarten, dass sich die in Verantwortung gewählten Parteien ihres Auftrags bewusst sind und kompromissbereit zielorientierte Sondierungs- und Koalitionsgespräche führen“, betonte Wollseifer. „Für Union, SPD und Grüne in Brandenburg, Sachsen und auf Bundesebene ist das Wahlergebnis Chance und Verpflichtung zugleich, inhaltlich und im Umgang miteinander ihr Profil einer verantwortungsbewussten bürgerlichen Politik herauszustellen“, fügte er hinzu.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten