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Zentralverband des Deutschen Handwerks Handwerk: Linksrutsch bedroht Reformrendite

Das Handwerk sieht den Einzug der Linkspartei in die Landtage von Hessen und Niedersachsen kritisch. Die Rendite der Reformen ist bedroht, sagt Handwerkspräsident Otto Kentzler.

"Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen dürfen die positive Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft nicht bedrohen", warnt Kentzler. Die Reformen der vergangenen Jahre hätten den Menschen viel abverlangt. Doch die deutsche Wirtschaft sei wieder wettbewerbsfähig. Und deutlich steigende Beschäftigung und höhere Löhne sichern den Menschen die Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg. "Wenn in dieser Phase der Arbeitsmarkt weiter reguliert und Mindestlohn und höhere Sozialleistungen umgesetzt werden, erschwert das mehr Beschäftigung. Wer darüber hinaus weitere soziale Versprechen macht, die nicht zu halten sein werden, schürt mit kaltem Kalkül schon jetzt den Frust der Menschen morgen", sagt der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH).

"Wenn aber im Handwerk die Aufträge ausbleiben, kann es seine gesellschaftliche Funktion nicht mehr erfüllen – so die Erfahrung der Rezession zwischen 2000 und 2005. Die Wettbewerbsfähigkeit unserer kleinen und mittleren Unternehmen ist erneut bedroht, wenn der Faktor Arbeit teurer wird", erklärt Kentzler. Daher seien weitere Reformen bei Steuern, Arbeitsmarkt und Sozialversicherungen notwendig. Nur so ist die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe gesichert und nur so werden Mitarbeiter mit höheren Nettolöhnen belohnt.

"Dazu kommt: Bildung tut Not! Gerade unsere Handwerksunternehmer wissen, dass dauerhafter Erfolg nur erreichbar ist, wenn durch Qualifizierung die Innovationsfähigkeit erhalten bleibt und ausgeweitet wird. Diese Betriebe beweisen auch, dass jeder in unserem Land soziale Teilhabe in Wirtschaft und Gesellschaft erwirbt, wenn er als Basis eine gute Schulbildung und eine gute berufliche Bildung vorweisen kann", sagt der ZDH-Präsident.

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