Dresden -

Lehrlinge bei Fahrtkosten entlasten Handwerk fordert Azubi-Ticket bis August 2019

Lehrlinge müssen mehr als 100 Euro für die Fahrt zur Berufsschule aufbringen. Die Handwerkskammer Dresden fordert daher seit langem ein Azubi-Ticket.

Anlässlich der von Verkehrsminister Martin Dulig losgetretenen Debatte um die Gründung einer Landesverkehrsgesellschaft zur Ausgestaltung des ÖPNV äußert sich Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, wie folgt: „Wir sind bis jetzt von beiden Koalitionspartnern in dem Glauben gehalten worden, dass das Azubi-Ticket noch in dieser Legislaturperiode, also bis August 2019, kommt. Der Vorschlag von Minister Dulig sieht plötzlich einen Zeitraum von drei Jahren vor. Davon sind wir ganz klar enttäuscht. Wir werden uns nicht in Strukturdiskussionen einmischen. Für uns zählt nur das Ergebnis – das Azubi-Ticket muss schleunigst kommen. Denn Fakt ist: Von der jetzt von Minister Dulig angestrebten Lösung haben die aktuellen Lehrlinge nichts. Das darf nicht sein. Als erster Schritt muss ihnen auf Antrag das Fahrgeld erstattet werden, bis das richtige Azubi-Ticket endlich im Einsatz ist. Das Budget ist schließlich im derzeitigen Haushalt vorgesehen und auch für den kommenden Doppelhaushalt ist es zugesagt.“

Sieben Millionen Euro hat die Landesregierung im aktuellen Doppelhaushalt 2017/2018 für das sogenannte Bildungsticket vorgesehen. Die Einführung ist im Koalitionsvertrag 2014 verankert worden. Die Handwerkskammer Dresden fordert seit langem die Einführung eines Azubi-Tickets, vor allem für Jugendliche im ländlichen Raum. Diese sind auf den ÖPNV angewiesen, um ihren Betrieb oder die Berufsschule zu erreichen – oftmals über mehrere Tarifzonen. Das geht für die Azubis ins Geld. Eine aktuelle Erhebung der Kreishandwerkerschaft Bautzen hat ergeben, dass Lehrlingen im Durchschnitt Kosten in Höhe von knapp 114 Euro pro Monat allein für den Weg vom Wohnort zur Berufsschule entstehen.

Zur Information

Die Handwerkskammer Dresden, deren Kammerbezirk die Landkreise Bautzen, Görlitz, Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und die Landes-hauptstadt Dresden umfasst, vertritt die Interessen von knapp 22.300 Mitgliedsbetrieben.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten