Bildergalerie: Handwerk erzählt: Damit persönliche Geschichten nicht vergessen werden

Erzählsalons Klöpplerin 1
© Fotografie A. Kranert
Um die Erfahrungsschätze im Handwerk festzuhalten, initiierte das Berliner Unternehmen Rohnstock Biografien in Thüringen und Sachsen das Projekt "Handwerk erzählt – Zwischen Tradition und Zukunft." Dabei sind Handwerker in Erzählsalons zusammengekommen und berichteten von ihren Lebenswegen. Etwas mehr als 100 dieser Erzählungen wurden in Broschüren aufgeschrieben. Eine von ihnen stammt von Manuela Fischer, Klöpplerin aus Annaberg-Buchholz.
Erzählsalons Klöpplerin 2
© Fotografie A. Kranert
Als sie fünf Jahre alt war, besuchte Fischer zusammen mit einer Freundin einen Klöppelunterricht. Das Handwerk begeisterte sie sofort. Nach dem Schulabschluss 1982 bewarb sie sich deshalb auf eine Ausbildungsstelle als Klöpplerin. "Seitdem zieht sich das Klöppeln wie ein roter Faden durch mein Leben."
Erzählsalons Klöpplerin 3
© Fotografie A. Kranert
Seit 21 Jahren bietet Fischer Klöppelunterricht für Kinder an der Klöppelschule "Barbara Uthmann" an und gibt Kurse für Urlauber, die das Handwerk kennenlernen wollen.
Erzählsalons Keramikerin 1
© Fotografie A. Kranert
Auch die 88-jährige Keramikerin Ulli Wittich-Großkurth aus Jena nahm an den Erzählsalons teil. Nach ihrem Schulabschluss 1943 ging sie bei beim Töpfermeister Walter Gebauer in Bürgel in die Lehre. Darauf folgte ein Kunststudium und der Meister.
Erzählsalons Keramikerin 2
© Fotografie A. Kranert
Ihr nächstes Ziel war es dann, eine eigene Töpferei aufzubauen. Als Wittich-Großkurth 1992 in Rente ging, übernahm ihr Sohn die Werkstatt.
Erzählsalons Keramikerin 3
© Fotografie A. Kranert
Im hohen Alter erfüllte sie sich von der Rentenauszahlung einen Traum: Sie ging sechs Wochen auf Reisen. Dabei besuchte sie Japan und Indonesien, fuhr am Fujiyama vorbei und wanderte durch den Dschungel rund um den Krakatau."Am Ende der Reise war mein Geld alle – und ich ein über die Maßen erfüllter Mensch."
Erzählsalons Schmiede 1
© Fotografie A. Kranert
Auch Ralf und Philip Greiner waren Teil der Erzählsalons. Vater und Sohn betreiben in Gebersdorf zusammen einen Schmiedebetrieb. Ralf Greiner begann 1982 eine Lehre in der Schmiede des Glaswerks in Piesau.
Erzählsalons Schmiede 3
© Fotografie A. Kranert
Nach der Wende war klar, dass sich das Werk nicht halten konnte. Es musste abgerissen werden. "Wie in den Jahren zuvor stand ich nun morgens auf und ging zur Arbeit. Doch nun lautete der Auftrag: Rückbau. Innerhalb von drei Wochen schnitt ich mit dem Schneidbrenner alles kurz und klein. Da kamen mir so manches Mal die Tränen."
Erzählsalons Schmiede 3
© Fotografie A. Kranert
1998 machte Ralf Greiner seinen Meister und gründete seinen eigenen Betrieb. Die Nachfolge steht heute schon fest: Sohn Philip Greiner. "Ich wäre nie auf die Idee gekommen, etwas anderes zu lernen. Den Beruf kannte ich, er liegt mir im Blut", sagt Greiner.