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Oberster Kultusminister der Republik

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe ist für zwölf Monate Präsident der Kultusministerkonferenz. Für das Handwerk zählt nur die Frage: Wie sieht er den Stellenwert der Handwerker-Ausbildung im Vergleich zum Abitur?

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) bekommt in den kommenden zwölf Monaten mehr zu tun. Er hat nun turnusmäßig  das Präsidentenamt der Kultusministerkonferenz KMK übernommen. Rabes Vorgänger war der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann (CDU).

Viel zu tun

Rabe hat sich in der einjährigen Amtszeit auch viel vorgenommen: Als einen Schwerpunkt nannte Rabe eine Verbesserung des Übergangs von der Schule ins Berufsleben. Ein Problem, das es nicht erst seit gestern gibt und binnen eines Jahres wohl nicht zu lösen ist. Rabe versprach aber, die praxisorientierte Bildung beim Übergang in den Mittelpunkt zu stellen. Außerdem will der Hamburger Sozialdemokrat die Vergleichbarkeit im deutschen Bildungswesen ausbauen. "Ziel ist, dass sich die Ansprüche an das Abitur oder den Mittleren Bildungsabschluss in Sachsen oder in Bremen, in Hamburg oder in Niedersachsen nicht mehr voneinander unterscheiden."

Mit dem Handwerk liegt die Kultusministerkonferenz zurzeit im Clinch. Handwerk und Kultusminister streiten seit vergangenem Herbst darüber, ob Geselle und Abiturient auf einem Niveau stehen können. Die Kultusministerkonferenz hatte mit ihrer Entscheidung eines besser gestellten Abiturs Empörung entfacht, sie sieht den Abiturienten auf Stufe fünf, den Gesellen nur auf vier.

"Demontage der dualen Ausbildung"

Für Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), ist der Plan der Kultusminister ein "Generalangriff auf die duale Berufsausbildung". Heinrich Traublinger, Präsident des Bayerischen Handwerkstages, reagierte ebenfalls verärgert auf die Ankündigung: „Der Vorschlag der Kultusministerkonferenz ist eine Kriegserklärung an das System der dualen Berufsausbildung.“ Er sieht in den Plänen eine "Demontage der dualen Ausbildung".

Der so genannte Deutsche Qualifikationsrahmen, der die Stufen regelt, ist zurzeit in der Planung. Das nächste Treffen mit Beteiligung des Handwerks ist für Anfang Februar in Berlin geplant. In jedem Fall bekommt Rabe in den nächsten zwölf Monaten viel zu tun. bur

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