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EU verlängert Frist bis 2018 Halogenlampen: Mehr Zeit zum Umstieg

Zwei Jahre länger als bisher geplant dürfen ineffiziente Halogenleuchten auf dem Markt angeboten werden. Das hat die EU entschieden. Ein Wechsel auf LED kann sich aber schon vorher lohnen.

Halogen
Verbraucher haben die Qual der Wahl beim Lampenkauf. Anschaffungs - und Energiekosten müssen verglichen werden. -

Schonfrist verlängert: Besonders energiehungrige Halogenleuchten bleiben nach einem EU-Beschluss bis zum September 2018 auf dem Markt - zwei Jahre länger als zuerst geplant. Betroffen sind Halogenleuchten der Effizienzklasse D, die vor allem in der klassischen Birnenform erhältlich sind. Für platte Spotlampen, wie sie bei Deckenstrahlern oder Schreibtischlampen genutzt werden, gibt es keine Frist.

Dass die ineffizientesten Halogenleuchten vom Markt verschwinden sollen, war bereits vor Jahren beschlossen worden. Nach Angaben der EU-Kommission verbrauchen Halogenleuchten teils fünfmal mehr Energie als die fortschrittlichen LEDs.

Keine Hamsterkäufe

Jürgen Waldorf vom Elektronik-Branchenverband ZVEI ist froh über die Gnadenfrist. Sie schaffe mehr Auswahl für Verbraucher, zumal es für Halogenleuchten in einigen Bereichen noch keine gute Alternative gebe: "Der Vorteil von Halogenlampen ist, dass sie auch bei den üblichen Dimmern gut funktionieren", erklärt er. Vorratskäufe für das Jahr 2018 will er Verbrauchern aber nicht empfehlen, da er mit großen Fortschritten bei LED-Leuchten rechnet: "Da kommt noch ganz viel."

Umweltschützer loben ebenfalls die LED. Über ihre Lebensdauer könne sie 200 Euro im Vergleich zur Halogenlampe sparen, rechnet der Bund für Umwelt- und Naturschutz vor. Doch mit der Verschiebung fehle der Industrie der Anreiz für rasche Verbesserungen, kritisiert die Kampagne Coolproducts, in der sich verschiedene Umweltschutzorganisationen zusammengeschlossen haben.

Wechsel planen

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt, beim Ersatz alter Leuchtmittel auf den richtigen Zeitpunkt zu achten. Glüh- oder Halogenlampen können jederzeit gegen Energiesparlampen oder LED ausgewechselt werden. Wer sich jedoch bereits mit Energiesparlampen ausgestattet hat und nun mit den teureren LED liebäugelt, sollte erst dann umsteigen, wenn die Energiesparlampen kaputt sind.

Nur im Kinderzimmer ist es empfehlenswert, sofort zu LED zu wechseln. Denn Energiesparlampen enthalten Quecksilber, das bei Lampenbruch austreten kann.

LED spart Strom 

LED-Lampen sind derzeit die energieeffizientesten Leuchtmittel am Markt. Mit bis zu 15.000 Betriebsstunden halten sie durchschnittlich etwa 15-mal länger als herkömmliche Glühlampen und sparen mindestens 80 Prozent Strom ein. In der Standardfassung E27 sind LED-Lampen bislang als Ersatz für alte Glühlampen mit einer Leistung von bis zu 75 Watt erhältlich, informiert die Verbraucherzentrale.

Nicht ganz so effizient sind Energiesparlampen. Sie leuchten durchschnittlich etwa 10.000 Stunden lang und verbrauchen gegenüber alten Glühlampen etwa 80 Prozent weniger Strom. Sie stehen in allen Formen und Lichtfarben zur Verfügung und eignen sich für alle Bereiche des Haushalts.

Halogenlampen verbrauchen mit Abstand am meisten Energie. Sie sollten möglichst nur dort eingesetzt werden, wo es besonders auf die korrekte Farbwiedergabe ankommt, zum Beispiel vor dem Kleiderschrank, dem Schminkspiegel oder über dem Esstisch. sg/dpa

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