Finanzen + Geld -

247 Haftpflichttarife im Vergleich Haftpflichtversicherung im Test: Geliehenes mitversichert?

Wer sich für die Urlaubsreise die teure Kamera eines Freundes leiht und diese versehentlich beschädigt, riskiert auf den Kosten sitzen zu bleiben. Oder etwa nicht? Lange Zeit waren Schäden an geliehenen Sachen nur bei teuren Haftpflichttarifen mitversichert. Das Vergleichsportal Verivox liefert nun den Beleg, dass sich das Bild geändert hat.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Versicherung: Was Sie wirklich brauchen

Nicht jede Versicherung ist zwingend notwendig, eine private Haftpflichtversicherung schon. Sie übernimmt die Schadenskosten, die Privatpersonen in einem un­acht­samen Moment, aufgrund einer leicht­sinnigen Tat oder ver­gessenen Pflicht ver­ursachen – und das kann teils Existenzen sichern. Nicht abgedeckt sind jedoch Schäden an eigenen Sachen. Auch gemietete, geliehene oder geleaste Sachen wurden von den meisten Versicherern lange Zeit wie Eigentum behandelt. In den Musterbedingungen des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft ist dies noch immer so verankert.

Geliehene Sachen mitversichern: Ab sieben Euro mehr im Jahr

"Das Bild hat sich grundlegend geändert", sagt Wolfgang Schütz von Verivox. Viele Versicherer hätten in den vergangenen Jahren nachgebessert. Den Beleg liefert das Vergleichsportal in einer aktuellen Untersuchung, für die es 247 Haftpflichttarife unter die Lupe nahm. Das Ergebnis: 191 Tarife und damit 77 Prozent versichern inzwischen auch Geliehenes. Dieser Schutz sei meist nur wenige Euro teurer im Jahr, erklärt Schütz. Die Tarife, die Schäden an geliehenen Sachen einschließen, kosten demnach nur sieben Euro mehr als die zehn günstigsten Familientarife im Test, nämlich 55 Euro.

Die meisten Anbieter machen bei ihren Haftpflichtversicherungen Einschränkungen bei der Höchstsumme. Bei 97 Tarifen im Test lagen diese bei 10.000 Euro oder niedriger, 32 Tarife versichern auch Millionensummen. Dass geliehene Sachen tatsächlich Millionenwerte erreichen, dürfte jedoch eher die Ausnahme sein. AFP/dhz

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten