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Steuertipp Hälftige Vermietung an Lebenspartner: Steuerlich keine gute Idee

Leben Sie mit Ihrem Lebenspartner oder Ihrer Lebenspartner gemeinsam in einer Eigentumswohnung, könnten Sie vielleicht auf die Idee kommen, die halbe Wohnung an Ihren Partner zu vermieten, um Vermietungsverluste geltend machen zu können. Keine gute Idee!

 "Keine gute Idee!", meinte kürzlich das Finanzgericht Baden-Württemberg. Solche Mietverhältnisse halten dem Fremdvergleich nicht stand. Ein normaler Mieter würde sich nicht auf die bloße Mitbenutzung der Wohnung ohne Privatsphäre und ohne individuelle und abgrenzbar zugewiesene Wohnräume einlassen (Urteil v. 6.6.2019, Az. 1 K 699/19). Steuerliche Vermietungsverluste sind in solchen Fällen tabu.

Vorsicht: Finanzamt kann Steuerhinterziehung unterstellen

In dem Urteilsfall wurde dieser Versuch, Steuern zu sparen, sehr sachlich abgehandelt und abgelehnt. Es kann jedoch auch passieren, dass Ihnen das Finanzamt wegen der erklärten Vermietungsverluste eine versuchte Steuerhinterziehung unterstellt.

Deshalb gilt in Praxis: Bei Vermietung an Angehörige sollte stets der Steuerberater nach dem Rechten schauen und prüfen, ob die Vereinbarungen steuerlich wasserdicht sind.

Steuertipp: Mietverhältnisse mit Verwandten sind steuerlich übrigens nicht automatisch unwirksam. Das Mietverhältnis zu Wohnzwecken wird immer dann anerkannt, wenn bei Vermietung zwischen nahen Angehörigen mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete vertraglich vereinbart wird. Zudem muss sich der Mieter akribisch – eben wie ein fremder Mieter – an die vertraglichen Vereinbarungen halten (= pünktliche Mietzahlung, Zahlung der vereinbarten Kaution).

Stellt das Finanzamt fest, dass weniger als 66 Prozent der ortsüblichen Miete vereinbart wurde, werden die Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung nur anteilig zum Abzug zugelassen. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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