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Fahrverbote und Nachrüstungen Gutscheine für Diesel-Fahrer im Gespräch

In der Diskussion um Fahrverbote und Diesel-Nachrüstungen zeichnet sich eine Lösung ab.

Noch ist die Entscheidung nicht getroffen, doch nach jüngsten Zeitungsberichten soll ein Gutscheinsystem die Lösung in der Diskussion um Diesel-Nachrüstungen bringen. So sollen all jene Diesel-Fahrer, die von möglichen Fahrverboten betroffen sind, von bestimmten deutschen Autoherstellern einen Gutschein für Nachrüstungen bekommen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ weiter berichtet, wollen Audi, BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen "Gutscheine für die Einbauten von Teilen durch Zulieferer wie Baumot oder HJS" geben. Eine Hersteller-Garantie wollten sie aber nach wie vor nicht übernehmen.

Nachrüst-Gutscheine für Diesel der Schadstoffklasse 5 im Gespräch

Wie es in dem Bericht weiter heißt, wollen die besagten Hersteller 80 Prozent der Kosten übernehmen. Mehr als 3.000 Euro je Fahrzeug soll es aber auf keinen Fall sein. Außerdem soll der Vorschlag nur für Fahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 5 gelten und auch nur für solche Fahrzeuge, die tatsächlich umgerüstet werden können. Für Fahrzeuge der Schadstoffklasse 4 oder ältere Fahrzeuge, die nicht umgerüstet werden können, könnte es Umtauschprämien geben.

Keine Zusage für mögliche Nachrüstungen gebe es bisher von den in Deutschland tätigen Autobauern Ford und Opel sowie von ausländischen Autoherstellern, heißt es weiter.

Öffentlicher Druck bringt endlich Bewegung in die Diskussion

Nach drohenden Fahrverboten in Stuttgart, Frankfurt am Main und anderen deutschen Städten hat die Bundesregierung zuletzt den Druck auf die Autohersteller erhöht. Bei einem Diesel-Pakt soll jetzt möglichst bald eine Lösung festgezurrt werden. Neben Nachrüstungen für neuere Fahrzeuge und Umtauschprämien für ältere Diesel stand zuletzt auch die Möglichkeit von Rückkäufen im Raum.

Handwerk fordert Ende der Verunsicherung

Das Handwerk drängt schon lange auf tragfähige Lösungen. "Es ist höchste Zeit, dass für die Dieselnutzer die Verunsicherung ein Ende hat und endlich Klarheit geschaffen wird", sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer. Wäre man die Frage der Hardware-Nachrüstung – wie vom Handwerk gefordert – vor Jahren zu Beginn der Dieseldebatte offen und kundenfreundlich angegangen, hätte der Vertrauensverlust in Politik und Automobilindustrie sowie die Bedrohung durch Fahrverbote vermieden werden können, sagte er. Unmissverständlich machte er auch klar, dass die Verbraucher bei all dem nicht "zur Kasse gebeten werden dürften.

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