Marketing -

Marketing Gute Firmenfotos: So klappt's mit Profi oder ganz allein

Für die Firmenwebsite, einen Flyer zur Mitarbeitersuche und andere Werbemaßnahmen - gute Fotos vom eigenen Betrieb, den Mitarbeitern und dem, was sie leisten, sind wichtig und nützlich für Handwerksbetriebe. Doch wie bekommt man sie, wer sollte sie machen und was genau soll zu sehen sein. Tipps für gute Firmenfotos.

Im Jahr 2018 waren 84 Prozent aller Marketing-Maßnahmen visuell. Auch für Handwerksbetriebe werden gute Bilder zu einem immer wichtigeren Faktor. Der Mensch denkt, träumt, redet und erinnert sich in Bildern. Statistiken zeigen, dass visuelle Elemente 60.000-mal schneller verarbeitet werden als Text. Darüber hinaus wirken sie emotionaler und tragen eindeutiger zu Kaufentscheidungen bei. Wer schaut sich auch schon gerne eine langweilige Internetseite an?

Ein einziges Foto kann Wunder bewirken: Stellen Sie sich ein Foto von einem freundlichen, fleißigen und vertrauenserweckenden Handwerker bei der Arbeit vor. Und jetzt versetzen Sie sich in einen potentiellen Kunden, der gerade einen Handwerker sucht. Wovor wird der Kunde am meisten Sorgen haben? Das Foto kann diese Ängste in Sekunden zerstreuen. Besonders, wenn es authentisch ist.  

Jeder Interessent, egal ob potenzieller Mitarbeiter oder Auftraggeber, möchte wissen, wer hinter einem Betrieb steckt. Beantworten Sie diese Frage ohne viele Worte mit guten Fotos, steigen ihre Chancen, einen Auftrag oder einen neuen Mitarbeiter zu gewinnen, deutlich. Denn im Handwerk geht es vor allem ums Vertrauen. Individuelle Aufnahmen unterstreichen die Persönlichkeit des Unternehmens und stellen Vertrauen her.

Fotos für die Website: Soll ich einen Profi engagieren?

Moderne Handys erzeugen mittlerweile Fotos von guter Qualität, wenn man einige Grundregeln beachtet (siehe unten). Allerdings kann es auch nerven, wenn der Chef oder ein anderer Kollege zu häufig mit der Kamera auf einen "zielt". Kommt dagegen ein Fotograf zu Besuch ins Unternehmen, werden sich alle von ihrer besten Seite zeigen wollen, denn diese Gelegenheit gibt es nur einmal. Die Ergebnisse sind Gold wert, wenn man sie gezielt einsetzt. Mit ihnen grenzen Sie sich sofort von der Konkurrenz ab.

Das so gewonnene Bildmaterial können Sie im Internet auf der eigenen Webseite, aber auch auf Plattformen wie Facebook und anderen sozialen Netzwerken nutzen. Darüber hinaus können Sie die Bilder natürlich auch für andere Werbezwecke, wie zum Beispiel Broschüren, Anzeigen oder Flyern verwenden. Legen Sie sich am besten ein kleines Bildarchiv an. So können Sie jederzeit darauf zurückgreifen, um schnell und effektiv Kundenmarketing zu betreiben!

Welche Bilder benötige ich für mein Unternehmen?

Fotos bei der Arbeit

Machen Sie unbedingt Fotos bei Ihrer Arbeit. Beispielsweise sollte ein Malerbetrieb Bilder haben, auf denen zu sehen ist, wie seine Mannschaft Räume verschönert und ein Glaser, davon wie Glasscheiben eingesetzt werden. Das wichtigste dabei sind die Menschen! Die Fotos sollten authentisch aussehen und nicht gestellt sein. Ein wenig freundlich darf man darauf aber ruhig gucken, ein Lächeln schadet schließlich nie. Was beim Dachdecker noch recht einfach ist, da Fotos im Sonnenlicht meist schnell gelingen, ist für den Klempner schon deutlich schwerer. Eine Aufnahme unter einem Waschbecken im geschlossenen Raum wirkt oft dunkel und unprofessionell. Sorgen Sie also für ausreichend Beleuchtung und wählen Sie vielleicht lieber ein Motiv bei der Arbeit weiter oben an einer Therme, wenn möglich.

Fotos vom Team

Ihre Mitarbeiter sind der Kern des Unternehmens. Ein Teamfoto zeigt Ihren Kunden, dass Sie es mit einer professionellen Mannschaft und nicht mit Einzelgängern zu tun haben. Teamfotos unterstreichen, das Experten für alle Aufgabenbereiche im Unternehmen vorhanden sind. So können Sie zum Beispiel beim Besuch Ihrer Webseite schon einen positiven Eindruck hinterlassen. Besonders bei Unternehmen mit vielen Mitarbeitern eignet sich ein Gruppenfoto. Kleinere Betriebe zeigen dagegen besser Aufnahmen von einzelnen Mitarbeitern bei verschiedenen Tätigkeiten.

Fotos von der Geschäftsführung

Ein Foto der Geschäftsführung kann ebenfalls viel bewirken. Mit wem werde ich den Vertrag aushandeln oder mein Bewerbungsgespräch führen? Diese Frage ist dann schon im Vorfeld beantwortet. Wie bei jeder Bewerbung unterstreichen auch professionelle Fotos der Geschäftsführung die Seriosität des Betriebs. Daher sollten Sie an dieser Stelle nicht sparen und unbedingt einen Profi engagieren. Sie werden die Fotos viele Jahre verwenden.

Fotos von fertigen Arbeiten als Referenzen

Nutzen Sie darüber hinaus am besten auch Aufnahmen von fertigen Arbeiten als Referenzen. Neben den klassischen Fotos eignen sich hierfür auch Videos, die man in sozialen Netzwerken zeigen kann. So präsentieren Sie Ihre bisherigen Leistungen und zeigen zugleich Lösungsvorschläge zu möglichen Problemen Ihrer Kundschaft. Bedenken Sie: Wenn Sie selber ein Ferienhaus oder ein Hotel für den nächsten Urlaub suchen, dann werden die Online präsentierten Fotos eine gewichtige Rolle bei Ihrer Entscheidung spielen. Genauso ist es auch bei Ihren Kunden! Zeigen Sie Interessenten gelungene Arbeiten und er wird schneller von Ihnen überzeugt sein. Sie können die Fotos auch verwenden, um anhand der Bilder die Besonderheiten Ihrer Leistung näher zu beschreiben. Hierfür eignen sich Detailaufnahmen besonders.

Foto vom Firmengebäude

Ein Bild Ihres Firmengebäudes kann einen positiven Eindruck auf Interessenten machen, wenn das Gebäude selber repräsentativ ist oder schon seit vielen Jahren existiert. Es steigert zudem die Wiedererkennung. Viele Interessenten fahren möglicherweise regelmäßig an Ihrem Firmengebäude vorbei. Nutzen Sie daher  auch ein solches Bild, damit Besucher Ihrer Webseite direkt eine Verbindung zu Ihrem Betrieb aufbauen können.

Fotos der Firmenfahrzeuge

Häufig werden auch Fotos des Fuhrparks verwendet, da diese von vielen Menschen aus der Region bereits schon mal gesehen wurden. Möglich sind auch Kombinationen der Fahrzeuge vor dem Hauptgebäude. Sehr gut macht sich aber auch ein Foto des Fahrzeugs vor einem bekannten Wahrzeichen Ihrer Stadt. Damit stellen Sie eine emotionale Verbindung zwischen Ihrem Unternehmen und der Region her.

Woher bekomme ich gute Fotos von meiner Firma?

Es gibt drei Wege um an brauchbare Fotos zu gelangen. Der erste ist, professionelle Fotografen zu beauftragen. Der zweite ist, selber zu fotografieren und der dritte sind Stockagenturen. Bei Stockagenturen erhalten Sie eher ergänzendes Bildmaterial, wie typische Werkzeuge, Hintergründe, freundliche Supportmitarbeiter oder auch Symbole. Wenn Sie sich nicht selber bei der Arbeit fotografieren wollen, finden Sie dort natürlich auch freundliche Handwerker aller Art bei der Arbeit. Agenturen wie Shutterstock, Adobe oder das Hamburger Unternehmen Zoonar bieten solche Aufnahmen bereits ab 2,00 Euro für die Nutzung auf Webseiten an.

Professionell ausgeleuchtete Fotos sind mit einem Handy oder einer einfachen Kamera nicht immer machbar. Hierfür benötigt man meist zusätzliches Licht, eine bessere Ausrüstung und jemanden, der diese bedienen kann. Einen Profi-Fotografen eben. Normale Spiegelreflexkameras sorgen bei Architekturaufnahmen beispielsweise oft für optische Verzerrungen. Beim späteren Betrachten wirkt das Bauwerk, als sei es nach hinten gekippt. Wer ein Gebäude ohne kippende Linien darstellen möchte, braucht entsprechende Objektive und Erfahrungen in der Bild-Nachbearbeitung.

Ein besonders heikles Thema sind Portraitfotos. Meist wird nur ein einziges Bild benötigt. Dieses aber soll den abgebildeten Menschen mit all seinen Persönlichkeitsfacetten zeigen, auf den ersten Blick Sympathie wecken, aber gleichzeitig nicht zu glatt oder künstlich wirken. Mit einem Automatenbild oder einer Handy-Aufnahme ist das kaum zu machen. Für all diese Fälle ist es ratsam, einen Profi zu engagieren.

Das Problem dabei: Jeder, der eine Kamera besitzt und ein Gewerbe anmeldet, kann sich heute "Fotograf" nennen. Daher sollte man bei der Auftragsvergabe genau hinschauen. Bevor Sie auf vermeintliche billige Angebote hereinfallen, kontrollieren Sie vor einer Auftragsvergabe, ob es sich tatsächlich um eine Person mit fotografischer Ausbildung handelt, beispielsweise einen Fotografenmeister.

So erstellen Sie selber gute Fotos im Betrieb

Das vorab Gesagte sollte Sie aber nicht davon abhalten, auch selber zur Kamera zu greifen, denn der Fotograf kommt meist nur einmal vorbei, fotografiert dann die Mannschaft, das Gebäude, die Fahrzeuge oder - je nach Auftragsumfang - einige Arbeitsszenen. Sie und Ihre Mitarbeiter sind aber  immer vor Ort und können günstige Foto-Gelegenheiten nutzen. Viele Smartphones sind in der Lage Bilder von recht hoher Qualität zu erstellen. Diese Chance können auch Ihre Mitarbeiter nutzen. Wie wäre es mit einem Wettbewerb, der das "Foto des Monats" auszeichnet? Sollten Sie eine Kamera besitzen, sollte diese stets zur Ausrüstung z.B. bei der Endabnahme gehören.

Tipps für gute Bilder auf dem Smartphone

  • Kein Zoom benutzen: Nutzen Sie bei Objekten lieber keinen digitalen Zoom, da die Bildqualität hierdurch verschlechtert wird. Anders sieht es bei Menschen aus. Denn Fotos von Gesichtern, die mit dem weitwinkligen Standard-Objektiv aufgenommen werden, zeigen meist verzerrte Proportionen. Mit einem Zoom vermeidet man diesen Effekt, das Porträt wirkt ausgewogener und natürlicher.
  • Je heller desto besser: Das wichtigste Hilfsmittel jedes Fotografen ist das Licht. Grundsätzlich gilt: Achten Sie darauf, dass die Umgebung hell genug ist. Fotografieren Sie, wenn möglich an sonnigen Tagen. Bei Innenaufnahmen sollten Sie darauf achten, alle Lichtquellen im Raum zu nutzen. Porträts im hellen Sonnenlicht sollte man vermeiden. Stattdessen lieber eine Stelle aufsuchen, wo man die Augen nicht zukneifen muss. Wer ein zweites Smartphone zur Hand hat, kann tricksen: Nutzen Sie das Licht eines zweiten Handys (beispielsweise die Taschenlampenfunktion), um die Szenerie etwas aufzuhellen. Der Effekt ist verblüffend! Ansonsten gilt in den meisten Situationen: Finger weg vom Blitz, denn der rückt ein Motiv nur in seltenen Fällen besser ins Licht.
  • Hohe Auflösung und Apps nutzen: Stellen Sie bei Ihrem Smartphone eine möglichst hohe Auflösung ein, um das volle Potenzial Ihres Gerätes auszunutzen. Die Dateien, die Smartphone-Kameras produzieren, sind zwar bereits fertig "entwickelt", aber es lohnt sich trotzdem, sie nach der Aufnahme noch weiter zu bearbeiten. Es gibt zahlreiche gute Foto-Bearbeitungs-Apps, etwa die mobile Version von Adobes "Lightroom" oder die kostenlose App "Snapseed". Experimentieren Sie damit herum, bis Sie zufrieden sind.
  • Schlechte Fotos aussortieren: Apropos zufrieden… Machen Sie lieber ein Bild zu viel. Probieren Sie dabei verschiedene Betrachtungswinkel und Lichtquellen, um die Chance auf das "perfekte Foto" zu erhöhen. Löschen Sie dann im Nachhinein konsequent sofort alle Bilder, die Ihnen nicht 100 prozentig gefallen. Es geht hier schließlich um Kundenaquise.
  • Saubere Kameralinse: Vergessen Sie nicht, vor der Benutzung die Kameralinse kurz zu reinigen. Hierfür eignet sich auch ein Brillenputztuch.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten