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Social-Media-Marketing Günstig werben: 15 Kanäle für Handwerksbetriebe

Facebook und Twitter sind nicht die einzigen interessanten Plattformen für Social-Media-Marketing im Handwerk. Die Vorteile von Yelp, Xing, Google My Business und Co. im Überblick.

Wer sich damit beschäftigt, wie er Facebook, YouTube, Twitter und Co. für seinen Betrieb nutzen kann, muss zunächst etwas Zeit investieren. Der Vorteil: planbare Ausgaben, einfache Mittel mit hoher Reichweite und Vorsprung vor der Konkurrenz. Die besten Tipps und Tricks hat der e-Business Lotse Mitteldeutschland zusammengestellt

Zuerst einen Redaktionsplan erstellen

Wer regelmäßig neue Inhalte im Internet veröffentlichen will, muss gute Inhalte haben. Ein Redaktionsplan hilft dabei den Überblick zu behalten. Das Jahresende ist der ideale Zeitpunkt, um einen Plan für das kommende Jahr zu erstellen. Hierbei können zum Beispiel Messetermine, Produkteinführungen und Firmenjubiläen gesammelt werden. Zusätzlich sollte ein Ordner mit Fotos und Videos angelegt werden.

Im zweiten Schritt folgt die Detailplanung. Betriebe sollten überlegen, wie oft sie neue Informationen posten wollen – jede Woche, jeden Monat? Wann soll der Newsletter verschickt werden? Wer den fertigen Plan ausdruckt, kann ihn ins Büro hängen und sieht immer, wann die einzelnen Aktionen geplant sind. Eine praktische Vorlage für einen Redaktionsplan bietet diese Internetseite.

Wie viel Zeit und Geld kostet Social Marketing?

Selbst wenn die meisten Social-Media-Kanäle kostenlos sind, so kostet die Betreuung viel Zeit und damit auch Geld. Die Experten vom e-Business Lotsen Mitteldeutschland gehen davon aus, dass etwa 20 Stunden pro Monat nötig sind, um Social Marketing sinnvoll zu betreiben. Eine Stunde pro Tag müsse sich ein Mitarbeiter im Unternehmen um Beiträge kümmern, neue Themen recherchieren und den eigenen Kanal überprüfen.

Dass sich der Aufwand auch für kleine und mittelständige Unternehmen langfristig lohnt, hat eine amerikanische Studie herausgefunden. Wer mehr als drei Jahre lang Engagement in sozialen Medien zeigt, hat nach und nach mehr Nutzen davon. Außerdem haben Betriebe, die mehr als sechs Stunden pro Woche in soziale Medien investieren, mehr Besucher und damit mehr Kontakte zu potenziellen Kunden.

Finanzielle Kosten entstehen vor allem, wenn Betriebe eine Kamera für Videobeiträge kaufen oder eine Agentur für bestimmte Kampagnen beauftragen. Betriebe mit einem fest eingeplanten Marketing-Budget sollten etwa zehn Prozent für das Social Marketing ausgeben.

Vorteile der einzelnen Social-Media-Kanäle

Welcher Social-Media-Kanal für den eigenen Betrieb interessant ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier die wichtigsten Plattformen im Überblick.

  1. WordPress : Ein Blog bei WordPress hilft besser bei Google gelistet zu werden, da durch regelmäßige neue Inhalte die Seite aktuell bleibt. Suchmaschinen honorieren diesen Aufwand mit den vorderen Plätzen. Außerdem ist der Blog ein guter Einstieg in die Welt der sozialen Medien. Wer hier erfolgreich ist, tut sich auch mit den anderen Kanälen leichter.

  2. Facebook: Die Kommunikation mit dem Kunden steht hier im Mittelpunkt. Da Posts leicht geteilt werden können, erhöht sich schnell die Reichweite und Bekanntheit des Betriebs. Auch Facebook ist nützlich für die Google-Suche. Facebook-Seiten werden von Google auf vorderen Plätzen in der Suche gelistet.

  3. Google Plus: Wer sich bei Google Plus anmeldet, hat gleichzeitig Zugang zu weiteren Werkzeugen wie Videokonferenzen, die Möglichkeit einen Unternehmenseintrag bei Google My Business anzulegen und einen Video-Kanal bei YouTube anzulegen.

  4. Xing: Der Kontakt zu Geschäftspartnern steht bei Xing im Vordergrund. Es gleicht einem virtuellen Adressbuch. Betriebe können ihr eigenes Unternehmen hier ausführlich präsentieren. Die Basisversion ist kostenlos und für fünf Euro im Monat gibt es das Premium-Profil.

  5. Twitter: Tweets sind kurz und werden deshalb gerne gelesen. Aber nicht nur Kunden, sondern auch Geschäftspartner können sich hier austauschen und vernetzten. Betriebe können zum Beispiel Sonderaktionen bewerben oder zur Hausmesse einladen. Allerdings lohnt sich ein Twitter-Konto nur, wenn täglich neue Inhalte gepostet werden können. Sonst hat man wenige Chancen, dass die Tweets wahrgenommen werden.

  6. Google My Business: Wer diesen Kanal nutz, kann straßengenau, kostenlos für sein Unternehmen werben. Durch die Vernetzung mit Google Plus, Google Maps und Adwords Express werden die Möglichkeiten noch ausgebaut. Kunden können ihr Geschäft weiter empfehlen und die Google-Suche hebt Erfahrungsberichte besonders hervor.

  7. Yelp: Yelp bietet kostenlose, regionale Online-Werbung. Betriebe können relevante Informationen auf dem Profil veröffentlichen und damit mehr Kunden erreichen. Außerdem verbessern Bewertungen auf Yelp das Ranking bei Google Plus und in der Suchmaschine.

  8. Flickr: Mit Flickr können Betriebe ein eigenes Online-Foto- oder Videoarchiv aufbauen. Die Sichtbarkeit im Netz wird erhöht. Damit finden Sie nicht nur Kunden, sondern auch potenzielle Geschäftspartner oder Journalisten.

  9. Tumblr: Ein Tumblr-Konto ist hilfreich für die Suchmaschinenoptimierung. Hier können Bilder, Videos, Audiodateien und Texte verbreitet werden. Diese Beiträge lassen sich automatisch mit Facebook und Twitter verbinden.

  10. Pinterest: Pinterest funktioniert wie eine virtuelle Pinnwand. Jedes Bild ist mit einem Link zur Webseite verbunden und leistet damit einen guten Beitrag für das Suchmaschinenmarketing. Gerade für Handwerksbetriebe im Bereich Mode oder Nahrung ist Pinterest hilfreich. Wer ausländische Kunden ansprechen möchte ist mit diesem Kanal gut beraten. Vor allem im englisch-sprachigen Raum ist Pinterest weit verbreitet.

  11. Instagram: Instagram ist mit sehr vielen sozialen Medien kompatibel. 2012 wurde dieser Dienst von Facebook aufgekauft, weshalb viele Funktionen ähnlich sind. Betriebe können Freunde einladen ihre Fotos anzuschauen und sie können Bilder mit Instagram bearbeiten.

  12. YouTube: Filme können komplexe Sachverhalte besser darstellen, als Fotos. Außerdem müssen Videos nicht teuer und professionell sein. Ein guter Fotoapparat und eine tolle Idee reichen aus, um ein eigenes Video zu drehen und viele Zuschauer zu erreichen.

  13. Vimeo: Im Gegensatz zu YouTube dürfen hier nur Videos von Personen gepostet werden, die an der Produktion beteiligt waren. Im Vordergrund steht der künstlerisch-kreative Anspruch. Daher ist dieser Kanal nur für wenige Betriebe interessant.

  14. Social Bookmarking und Nachrichtenportale: Beide Dienste sind mit Facebook und Twitter verbunden, wodurch Betriebe schnell eine große Zielgruppe erreichen. Die Besucherzahl der eigenen Internetseite steigt und auch bei der Google-Suche werden diese Dienste honoriert. Delicious ist die bekannteste Anwendung für Social Bookmarking.

  15. Foren: Ähnlich wie in Blogs lassen sich Themen in Foren dauerhaft archivieren. Allerdings ist die Thematik in Foren nur grob eingegrenzt. Einzelne Diskussionen können sich auch mit Randthemen beschäftigen. In Deutschland sind diese Foren besonders beliebt: IOFF.de, Motor-talk.de, forum-giga.de und hifi-forum.de

So viele Informationen – und was nun?

Wichtig ist es zuerst die Zielgruppe einzugrenzen und zu schauen, welche Kanäle diese benutzen. Anschließend ist es ratsam, erstmal mit einem Medium anzufangen und zu schauen, wie groß der Zeitaufwand ist. Am besten mit dem Social Media Kanal starten, der die größten Erfolge verspricht. jb

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