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Nach der Kündigung Gruppenfoto auf der Firmenhomepage muss nicht sofort aktualisiert werden

Viele Betriebe stellen Fotos der Mitarbeiter und Gruppenbilder der Belegschaft auf die eigene Firmenhomepage. Haben die Mitarbeiter dafür die Einwilligung gegeben und dienen die Bilder nur der allgemeinen Unternehmensdarstellung, muss der Arbeitgeber die Bilder nicht sofort austauschen, wenn einzelne Mitarbeiter aus dem Betrieb ausscheiden.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Kündigung: Tipps und Fallstricke

Gruppenfotos dienen nach Ansicht der Richter des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz nur allgemeiner Illustrationszwecke und stellen meistens keine Person gesondert heraus. Deshalb können Arbeitnehmer, die einen Betrieb verlassen, auch nicht fordern, dass der ehemalige Chef die Fotos sofort nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses von der Firmenhomepage entfernt.

Das hat das Landesarbeitsgericht (LAG Rheinland-Pfalz, Az.: 6 Sa 271/12) im Fall eines Anlagenmonteurs entschieden, dessen Arbeitgeber ein gemeinsames Foto aller Mitarbeiter nach Beschäftigungsende weiterhin auf der Internetseite verwendet hatte.

Aufwand und Kosten berücksichtigt

Der Anlagenmonteur hatte seine ursprüngliche Einverständniserklärung nach mehreren Monaten widerrufen und verlangt, dass das Foto innerhalb einer Woche von der Internetseite verschwinden müsse. Sein ehemaliger Arbeitgeber kam dieser Aufforderung allerdings nicht sofort nach, sondern tauschte das Foto erst nach sechs Wochen später nach. Die Klage des ehemaligen Mitarbeiters folgte.

Doch die Richter waren nicht der Meinung, dass der Arbeitgeber sofort handeln müsse. Da das Foto auf der Website des Betriebs in der Rubrik "Über uns" nur zur allgemeinen Illustration diene und ehemalige Arbeitnehmer optisch nicht herausgestellt werde, konnte dieser seine Klage nicht durchsetzen und bekam auch kein Schmerzensgeld.

In seiner Begründung weist das Gericht darauf hin, dass der Arbeitnehmer Rücksicht nehmen müsse auf Arbeitgeberinteressen und den mit der Entfernung des Bildes verbundenem Aufwand sowie die Kosten für ein neues Foto. Dass der Arbeitgeber erst nach sechs Wochen reagiert hatte, so das Gericht als ausreichend an, obwohl der Kläger seine Einwilligung für das Gruppenfoto widerrufen hatte. dhz

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