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Steuertipp Grunderwerbsteuer: Minderung bis zu zwei Jahre nach Kauf möglich

Erwirbt man eine Immobilie, wird die Grunderwerbsteuer fällig. Diese mindert sich, sollte sich der Kaufpreis innerhalb von zwei Jahren mindern. Ein Urteil des Finanzgerichts München thematisiert diese Frist und zeigt, welchen Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Dass das Finanzamt einen Grunderwerbsteuerbescheid zu Ihren Gunsten ändern muss, wenn sich innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf der Kaufpreis mindert, finden Sie in § 16 Grunderwerbsteuergesetz. Ist das bei Ihnen der Fall, müssen Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Minderung der Grunderwerbsteuer stellen und das Finanzamt ändert dann den bisherigen Steuerbescheid nach § 16 GrEStG.

Antrag muss innerhalb der 4-jährigen Festsetzungsfrist gestellt werden

Dass es hier einen Hakten gibt, verdeutlicht ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts München (FG München, Urteil v. 11.4.2018, Az. 4 K 103/18). Denn der Antrag muss innerhalb von vier Jahren nach Ablauf des Jahres gestellt werden, in dem Ihnen der erste Grunderwerbsteuerbescheid bekannt gegeben wurde (= Festsetzungsfrist). Stellen Sie den Antrag später, ändert das Finanzamt den ursprünglichen Grunderwerbsteuerbescheid nicht.

Steuertipp: Haben Sie in einem vergleichbaren Fall aus Unwissenheit tatsächlich die vierjährige Festsetzungsfrist versäumt und das Finanzamt lehnt eine Bescheidänderung ab, sollten Sie dagegen Einspruch einlegen und einen Antrag auf Ruhen des Verfahrens stellen. Denn der Bundesfinanzhof muss in einem Revisionsverfahren klären, ob eine Bescheidänderung aufgrund eines rückwirkenden Ereignisses noch möglich ist (Az. BFH, II R 15/18). dhz

Im DHZ Steuerarchiv finden Sie weitere Steuertipps.

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