Chemnitz -

Handwerkskammer Chemnitz ehrt den Meisternachwuchs Grund zum Feiern

212 Jungmeisterinnen und Jungmeister haben Anfang November in der Stadthalle Chemnitz ihre Meisterbriefe erhalten. Applaus gab es von rund 1.000 Gästen, unter ihnen Skiflug-Weltmeister Sven Hannawald.

Geplant hatte es Jano Glück nicht, einmal Straßenbauermeister zu werden. Der Grünhainichener ließ sich zum Zimmerer ausbilden und blickt inzwischen auf gut zwanzig Jahre Berufserfahrung zurück. Das hielt Glück für den richtigen Zeitpunkt, um auf den Gesellenbrief noch den Meister aufzusatteln – in einem ganz anderen Gewerk, als das, in dem er einst gelernt hat. Der Grund: Glück arbeitet im Unternehmen seines Onkels, und der sucht einen Nachfolger. Einer Übernahme steht nach Jano Glücks Abschluss als Straßenbauermeister nun nichts mehr im Wege.

Geschichten wie diese finden sich unter den 212 Absolventen des Meisterjahrgangs 2017/18 genauso viele wie es junge Meister gibt. Ein Großteil von ihnen wurde am 3. November in der Stadthalle Chemnitz mit der traditionellen Meisterfeier geehrt – wie immer begleitet von Familien, Partnern, Freunden und Ehrengästen aus Handwerk und Politik.

Handwerkskammer-Präsident Frank Wagner würdigte Ehrgeiz, Fleiß und Durchhaltevermögen der Jungmeisterinnen und Jungmeister. „Das Wort ‚Meister‘ hat einen guten Klang. In ihm schwingt die jahrhundertealte Tradition des Handwerks mit“, so Wagner, der die Absolventen aufrief, den „Generationenvertrag zwischen Meister und Lehrling“ fortzusetzen.

Talk mit einem Weltmeister

Meisterfeier 2018

Stargast der Meisterfeier war Skiflug-Weltmeister und Olympiasieger Sven Hannawald. Der gebürtige Erlabrunner talkte mit Meisterfeier-Moderator André Hardt über seine Erfolge als Sportler und darüber, wie er nach einem Burnout ins Leben zurückfand. Die Jungmeisterinnen und Jungmeister rief er auf, sich nach anstrengenden Projekten Pausen zu gönnen.

Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig dankte in einem Grußwort den Meistern für ihre Entscheidung, ihren Abschluss in Chemnitz zu machen und so die Wirtschaftskraft der Region zu stärken. „Sie werden das zukünftige Kapitel ihres Betriebs und ihres Berufs mitschreiben“, sagte Ludwig.

Dem Dank an die Jungmeisterinnen und Jungmeister schloss sich auch Frank Pfeil an, Staatssekretär im sächsischen Umweltministerium, der gemeinsam mit Kammerpräsident Wagner und Hauptgeschäftsführer Markus Winkelströter den Meisterbonus der Staatsregierung und drei Meisterdarlehen der Sächsischen Aufbaubank ausreichte.

Handwerk als mäßigende Kraft der Mitte

Mit Blick auf die fremdenfeindlichen Geschehnisse in Chemnitz im Spätsommer appellierte Handwerkskammer-Präsident Wagner an das Handwerk, sich als mäßigende Kraft der gesellschaftlichen Mitte für ein respektvolles, friedliches und gelassenes Miteinander einzusetzen. Auch das gehöre zur Verantwortung des Berufsstandes, sagte Wagner.

Franz-Maximilian Huth, Jungmeister im Dachdeckerhandwerk, dankte den Anwesenden im Namen aller Absolventen für ihre Unterstützung. „Wir haben es geschafft. Was gestern noch Zukunft war, ist heute das feste Fundament für unser weiteres Leben“, sagte Huth.

Der Meisterbonus wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Statistik

Meisterfeier 2018

Im Meisterkursjahr 2017/18 haben 212 Absolventen, davon 35 Frauen, aus ganz Deutschland sowie aus der Schweiz in 23 Gewerken erfolgreich ihre Meisterprüfung in der Handwerkskammer Chemnitz abgelegt.

Größte Gewerke in diesem Jahr: Kraftfahrzeugtechniker (44 Jungmeister), Friseure (24) sowie Maler und Lackierer (18). Der jüngste Meisterabsolvent dieses Jahrgangs ist 20 Jahre, der älteste 56 Jahre alt.

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