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Mobiles Internet Große Sicherheitsrisiken durch Smartphones und Apps

Auf Initiative der Europäischen Kommission findet heute erneut der Safer Internet Day statt. Weltweit werden Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema "Sicherheit im Netz" in den Mittelpunkt gerückt. In Deutschland liegt der Fokus in diesem Jahr auf dem mobilen Internet, dessen Nutzung mit besonderen Sicherheits- und Datenschutzrisiken verbunden ist.

Große Sicherheitsrisiken durch Smartphones und Apps
Bei Smartphones und Apps sollten Verbraucher so sorgfältig auf Ihren Schutz achten wie am PC. -

Anlässlich des "Safer Internet Day“ haben Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und Bitkom-Präsident Dieter Kempf die Bedeutung des Datenschutzes beim mobilen Internet hervorgehoben: „Es ist praktisch, unterwegs im Internet surfen und überall E-Mails abrufen zu können – aber auch auf Smartphones und Tablet-PCs darf der Schutz persönlicher Daten nicht zu kurz kommen.“ Ministerin Aigner sagte in Berlin: „Die Verbraucher erwarten zu Recht, dass das Schutzniveau bei mobilen Diensten und Geräten genauso hoch ist wie bei stationären Endgeräten. Ich sehe hier eine der wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft. Die Sicherheitsstandards müssen mit der technologischen Entwicklung Schritt halten. Dazu gehören auch datenschutzfreundliche Voreinstellungen von Smartphones.“

Datenschutz "eher unterschätzt"

Kempf und Aigner stützen ihre Aussagen auf eine von Bitkom in Auftrag gegebenene repräsentative Studie. Demnach veröffentlichen oder speichern vier von fünf Internetnutzern Daten im Web. Eine Mehrheit der Nutzer (63 Prozent) glaubt, das Thema Datenschutz werde "eher unterschätzt“. Deshalb fordert der Branchenverband Anbieter zu mehr Transparenz auf. Nur so entstehe Vertrauen, sagte Kempf. Datenschutz ist Bitkom zufolge bereits in vielen Firmen Chefsache: Branchenübergreifend ist bei 41 Prozent die Zuständigkeit in der Geschäftsführung angesiedelt, in 33 Prozent der Fälle bei einem Bereichsleiter und in jedem vierten Unternehmen (25 Prozent) bei einer Fachabteilung. In der ITK-Branche ist der Datenschutz sogar zu 68 Prozent innerhalb der Geschäftsführung verankert.

Inzwischen sind laut Bitkom 43 Prozent aller in Deutschland verkauften Handys Smartphones, also internetfähige Multimedia-Telefone. Sehr beliebt sind Mini-Programme, so genannte Apps, die auf den Geräten installiert werden können – vom Chatprogramm bis zur Fahrplanauskunft. Mehr als 15 Millionen Handybesitzer nutzen Apps, im Schnitt sind 17 Programme pro Gerät installiert. „Bei Smartphones und Apps sollten Verbraucher so sorgfältig auf Ihren Schutz achten wie am PC“, stellt Kempf fest. Der Bitkom-Präsident rät, etwa auf vertrauenswürdige Quellen von Downloads zu achten und Datenschutzerklärungen gründlich zu lesen. Unternehmen ihrerseits könnten mit verständlichen Formulierungen dazu beitragen, dass die Anwender sich auch auf mobilen Geräten mit den Regelungen auseinandersetzen. Unabhängig von den Endgeräten lesen bislang 30 Prozent der Anwender nie Datenschutzerklärungen, weitere 49 Prozent nur selten oder manchmal.

Viele private Daten im Netz

Nach der neuen Bitkom-Erhebung haben rund 43 Millionen Bundesbürger ein persönliches Online-Profil, das sind 80 Prozent der Internetnutzer. Die meisten Onliner (72 Prozent) veröffentlichen ihre persönlichen Angaben, Fotos oder Interessen in einem sozialen Netzwerk. 16 Prozent präsentieren sich in einer Singlebörse, 13 Prozent auf einer privaten Homepage.

Begleitend zum "Safer Internet Day“ haben das Bundesverbraucherministerium Bitkom heute zur Konferenz „Mobiles Internet? Ja, sicher!“ in Berlin eingeladen. Mehr als 250 Experten aus Wirtschaft, Politik und Verbraucherschutz diskutieren vor allem über Datenschutz und Sicherheit auf Smartphones.

sg / Bitkom

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